Ausgabe Juli 2010
ONKOLOGIE ASPEKTE



Um eine optimalen Therapievorschlag zu erhalten, sollten Sie in jedem Fall einen Psychotherapie aufsuchen. Er wird Ihnen eventuell ein gezieltes Entspannungstraining therapiebegleitend vorschlagen. Ebenso schaffen physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen, Kneippsche Anwendungen oder Krankengymnastik wieder den seelischen Ausgleich und Gleichklang. Bei all diesen Therapien ist ebenso die arztbegleitende, medikamentöse Therapie ein wesentlicher Punkt, der zur Gesundung des Betroffenen beiträgt.

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Burnout-Syndrom - Wege aus dem Teufelskreislauf
Ausgebrannt und erschöpft
Stress am Arbeitsplatz, mangelnde Anerkennung, familiäre Probleme – immer öfter spricht man in diesem Zusammenhang vom Burnout. Zu hohe persönliche Erwartungen an die eigenen Leistungen sowie Überlastungen am Arbeitsplatz und in der Familie können eine innere, seelische Leere als Folge haben. Der Betroffene fühlt sich regelrecht ausgebrannt und erschöpft, fatale Folgen für die Gesundheit. Genaue Zahlen wie viele Menschen in Deutschland unter dem Burnout-Syndrom leiden und betroffen sind gibt es derzeitig noch nicht. Auf Grund der ständig wachsenden Leistungsforderungen und dem Wettkampf in unserer Gesellschaft nehmen die Folgen der Symptome des Burnouts rasant zu. Tendenz steigend.

Ausgebranntsein oder englisch Burnout-Syndrom (engl. to burn out: „ausbrennen“) bezeichnet eine berufsbezogene sowie auch familiäre, chronische Erschöpfung. Erstmalig benutzte der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger im Jahre 1974 diesen Begriff.

Folgen des Burnout-Syndroms
Widerkehrende Stresssituationen und dauerhafte, arbeitsbedingte Konfliktsituationen können sich auf die Gesundheit des Betroffenen auswirken. Depressionen, Ängste, Schuldgefühle, Verzweifelungen, Kopfschmerzen, Magenkrämpfe bis hin zu schweren organischen Problemen sowie Suizidgefahr können die Folge des Burnouts sein. Der Betroffene sieht sich unlösbaren Problemen gegenüber und fühlt sich von seiner Umwelt allein gelassen. Er wird zunehmend pessimistischer, zieht sich zurück und es kommt zu einer Isolation, in der der Betroffene Hilfen von Freunden oder Bekannten meist gar nicht mehr wahr nimmt.

So erkennen Sie, ob Sie zu der Gruppe der „Burnout-Erkrankten“ gehören
  • Hat für Sie das Leben und noch einen ausgefüllten Sinn?
  • Sind Sie der Meinung oftmals doch nichts bewirken zu können?
  • Können Sie sich gut und länger konzentrieren?
  • Sind Sie immer kreativ und haben neue Ideen?
  • Sind Sie selbstbewusst und trauen Sie sich in Ihrem Beruf etwas zu?
  • Sind Sie hoffnungslos in Bezug auf Beruf und Familie?
  • Neigen Sie dazu, schlecht gelaunt und depressiv zu sein?
  • Empfinden Sie öfters eine innere Leere im Alltag?
  • Sind Sie schnell müde und kaum noch belastbar?
  • Wachen Sie morgens zerschlagen auf?
  • Pflegen Sie regelmässigen Kontakt zu Ihren Freunden und Bekannten?
  • Ist Ihr Konsum an Nikotin, Kaffee, Alkohol oder Tabletten gestiegen?

Wenn Sie mehr als vier Fragen mit einem „Ja“ beantworten können, sollten Sie ein ausführliches Gespräch mit Ihrem Arzt suchen. Nur er kann Ihnen aus dem Teufelskreislauf „Burnout“ wieder heraushelfen.

Wie kommt es zum Burnout-Syndrom?
Derzeitig gibt es noch keine einheitliche Definition, was wirklich das Burnout-Syndrom auslöst. Zu hohe Erwartungen, ständig wechselnde hierarchische Strukturen in Firmen, nicht erreichbare Ziele und nicht realisierbare Konzepte, unzureichende Unterstützung durch Vorgesetzte und Mitarbeiter können den Betroffenen in eine psychische Konfliktsituation führen. Ebenso spielen Konflikte in einer Partnerschaft sowie im familiären Umfeld eine wichtige Rolle.

Kommen mehrere der folgenden Faktoren zusammen, kann es zum Burnout-Syndrom kommen:
  • hohe Arbeitsbelastungen
  • Angst, vor dem Verlust des Arbeitsplatzes
  • schlechte Arbeitsbedingungen
  • steigender Zeitdruck
  • schlechtes Betriebsklima
  • schlechte Bedingungen sowie schlechte Kommunikation unter den Mitarbeitern
  • Nacht- und Schichtarbeit
  • unzulängliche materielle Ausstattung des Arbeitsplatzes
  • keine oder nur unzureichende Unterstützung durch den Vorgesetzten
  • zunehmende Komplexität der Arbeitsabläufe

Die Gefahren von Überforderungen und Erschöpfungen steigen im heutigen Arbeitsleben ständig an. Die Auswirkungen auf den Körper und die Seele sind gravierend. Die Diskrepanz zwischen einem hohen persönlichen Einsatzwillen, großen Erwartungen und dem grauen Arbeitsalltag wirken sich auf den Betroffenen ernüchternd aus. In Zeiten von Ängsten um den eigenen Arbeitsplatz wird ein effektives Miteinander bei den Beschäftigten immer schwieriger. Gemeinsam arbeitstechnische Ziele zu erreichen ist nicht mehr gefragt. Jeder arbeitet intensiv ohne Zeitlimit alleine an einzelnen Projekten. Schnell fühlt man sich leer und ausgepowert. Folge: Burnout.

Charakteristisch für die Burnout-Betroffenen ist der übermäßige Arbeitseinsatz, auch oftmals weit über das erforderliche Maß hinaus, sowie ihr Wille zur Perfektion. Bleibt der Erfolg aus, fallen sie in ein regelrechtes Loch. Psychische und physische Erkrankungen sind die Folge.

Leistungswillen, große Arbeitsbereitschaft und Idealismus sind bei den Betroffenen immer vorhanden. Der von ihnen erwartete Erfolg und die Anerkennung für das Geleistete bleiben jedoch aus. Lob und wohlwollende Anmerkungen sind in der heutigen Arbeitwelt meist ein Tabuthema. Misserfolge im Berufsleben werden schließlich als Kränkungen und persönliche Niederlagen erlebt. Es kommt zur Abnahme des Selbstwertgefühls, der Betroffene zieht sich zurück, wird depressiv und ängstlich. Minderwertigkeitsgefühle und Versagensängste gehen mit der Verzweifelung und dem Teufelskreis Burnout einher. Er fühlt sich erschöpft und ausgebrannt sowie nutzlos für Firma und Familie. Der Sinn des Lebens kann in manchen Fällen verloren gehen. Die andauernden Erschöpfungszustände können zu organischen Funktionsstörungen, wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darmerkrankungen, Wirbelsäulenbeschwerden usw. führen.

Als Folgen von Burnout kommt es oftmals zu Übertriebenem Alkoholgenuss bis hin zur Alkoholabhängigkeit. Ebenso kann es zu einem starken Anstieg von Nikotin, Medikamenten oder andere Drogen kommen. Was zuerst als eine scheinbare Lösung der Probleme erscheint, erweist sich schnell als zusätzliche Belastung für den Betroffenen, da er nach Bekanntwerden seiner Abhängigkeit noch stärker von seinen Arbeitskollegen und Bekannten gemieden wird als dies vielleicht bisher der Fall war.

Auffällig ist bei den Betroffenen ein übermäßiges Streben nach Belohnung, Erfolg, Ruhm, öffentlicher Aufmerksamkeit und Dankbarkeit. Dieses Fehlverhalten kann als letzte Folge das Burnout-Syndrom nach sich ziehen.

Warn- und Alarmsignale
  • hoher, dynamischer Arbeitseinsatz (Mehrarbeit)
  • großes Engagement bzw. Überengagiert: vermehrter Einsatz, freiwillige Überstunden
  • Gefühl der Unentbehrlichkeit
  • Verleugnung der eigenen Bedürfnisse
  • wenige bis keine Kontakte zu Freunden oder Bekannten


Psychosoziale Konsequenzen
Durch das Versagen im Beruf kommt es schließlich auch zu Partner- oder Eheproblemen. Neben dem bereits erwähnten hohen Konsum von Genussmitteln, wie beispielsweise Alkohol, Nikotin und Kaffee kann es zu Selbstbehandlungsversuchen mit Beruhigungs-, Schmerz- und Schlafmitteln kommen. Jede scheinbare Möglichkeit aus dem Kreislauf auszubrechen wird in Erwägung gezogen. Ein Arzt wird leider nur in den wenigsten Fällen zur Hilfe herangezogen. Der Betroffen möchte mit dem Problem des Burnouts selber fertig werden und nicht als schwach dastehen.

Holen Sie sich ärztliche Hilfe
Oftmals ist es auch für den Arzt schwierig, alle einzelnen Symptome richtig zu diagnostizieren und die Erkrankung zu erkennen. Viele Betroffene haben eine Odysee an Arztbesuchen hinter sich ohne den gewünschten Erfolg zu haben. Hier spricht man vom Doctor-Shopping.

Durchbrechen Sie den Teufelskreislauf des Burnout-Syndroms
So können Sie effektiv gegen die Symptome angehen
  • Treffen Sie sich wieder mit Freunden und Bekannten und planen Sie die Treffen fest in Ihren Terminkalender ein
  • Nehmen Sie sich wieder Zeit für Ihre Hobbies
  • Planen Sie wieder genügend Freizeit- und Erholungsphasen und Auszeiten in Ihren Alltag ein
  • Unternehmen Sie etwas mit der Familie
  • Gespräche mit Freunden und Bekannten sind sehr wichtig. Tauschen Sie sich wieder aus.
  • Sprechen Sie auch über Probleme und Ängste.
  • Bedenken Sie: Wer viel arbeitet kann auch einmal einen Fehler machen!

Therapie des Burnout-Syndroms
Um eine optimalen Therapievorschlag zu erhalten, sollten Sie in jedem Fall einen Psychotherapie aufsuchen. Er wird Ihnen eventuell ein gezieltes Entspannungstraining therapiebegleitend vorschlagen. Ebenso schaffen physiotherapeutische Maßnahmen wie Massagen, Kneippsche Anwendungen oder Krankengymnastik wieder den seelischen Ausgleich und Gleichklang. Bei all diesen Therapien ist ebenso die arztbegleitende, medikamentöse Therapie ein wesentlicher Punkt, der zur Gesundung des Betroffenen beiträgt.
Bedenken Sie, nehmen Sie Hilfe von Ihren Arbeitskollegen, Freunden und Familienangehörigen an. Nur wenn Sie sich öffnen und über Ihre Probleme sprechen, kann Ihnen geholfen werden. Denken Sie immer daran, Sie sind nicht alleine, Burnout gehört zu den Zivilisationskrankheiten unserer Zeit.



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