Interview mit Cathy Freeman: Ein Leben mit Asthma
Interview mit Cathy Freemann
Ein Leben mit Asthma
anläßlich des
13. Kongresses der European Respiratory Society,
vom 27.09. - 01.10.03, Wien
Cathy, die meisten Deutschen haben die Olympischen Spiele, die im Jahre 2000 in Sydney stattfanden, im Fernsehen verfolgen können. Was fühlten Sie, als Sie das olympische Feuer entfachten?
Cathy Freeman: Ich fühlte mich unglaublich geehrt und konnte es zuerst gar nicht fassen, dass ich ausgewählt worden war. Gleichermaßen versuchte ich aber auch meine Gefühle zu beherrschen und mich gedanklich auf meinen Lauf zu konzentrieren. Ich war bemüht, meine Emotionen nicht zu sehr überschwappen zu lassen, denn ich musste mich voll auf das bevorstehende Rennen und den Erfolg konzentrieren. Schließlich wollte ich ja siegen.
Viele Menschen in aller Welt haben es als einen großen Erfolg für die Sache der Aborigines empfunden, dass gerade Sie das olympische Feuer entzündet hatten. Nur wenige wissen hingegen, dass Sie auch Asthmatikerin sind. Wann hat sich die Erkrankung zum ersten Mal bei Ihnen bemerkbar gemacht?
Cathy Freeman: Im Jahre 1991, als ich gerade 18 Jahre alt war. Es traf mich also, als ich gerade dabei war, meine Sportlerkarriere aufzubauen. Im Grunde genommen wurden die Asthmabeschwerden bereits einige Jahre vor meinem damaligen Silbermedaillen-Gewinn im 400 Meter Lauf so richtig ernst.
Wann haben Sie Ihre Sportlaufbahn denn begonnen?
Cathy Freeman: Ungefähr als ich 16 war.
Sicher war die Diagnose „Asthma“ auch für Sie zunächst ein Schock. Hatten Sie damals daran gedacht, Ihre Sportlaufbahn abzubrechen?
Cathy Freeman: Oh, nein, keineswegs! Niemals. Ich habe nur zweimal eine Auszeit genommen, beide Male aus anderen Gründen: Einmal, als ich verletzt war, und ein zweites Mal, als ich mich sehr erschöpft fühlte und es mir aus persönlichen Gründen nicht gut ging.
Wie ist es möglich, dass Sie trotz Ihres Asthmas zu den weltbesten Sprintern gehören?
Cathy Freeman: Nun, ich bin ein sehr entschlossener Mensch und der Sport ist meine Leidenschaft. Ich glaube, ich bin zum Rennen geboren. Ich war überzeugt, dass eine olympische Goldmedaille im Bereich des Möglichen lag. Dieser Sieg war ein realistisches Ziel. Aber einmal abgesehen von der Goldmedaille – das Asthma wird mich niemals von den schönen Dingen abhalten, die mich so glücklich machen. Meine Ärzte haben mir versichert, dass man sein Asthma gut „managen“ kann. Ich nehme meine vorbeugenden Medikamente und habe meinen „reliefer“. Zwischen 1991 und 1997 hatte ich wirklich schweres Asthma...
Eine gute Therapie war also eine der Voraussetzung dafür, dass Sie aktiver Sportler bleiben konnten?
Cathy Freeman: Ja, ich glaube die Therapie, das Wissen um die Erkrankung, die Hilfe des Arztes und die Unterstützung vieler anderer haben da eine Rolle gespielt. Außerdem bin ich ein positiv denkender Mensch. Ich würde eher „ja“ sagen als „nein“, was meine Fähigkeiten betrifft.
Wie bereiten Sie sich auf Ihre Wettkämpfe vor, nehmen Sie bei Bedarf vorher Medikamente?
Cathy Freeman: Ja, gewöhnlich nehme ich vorher meine Medikamente.
Was würden Sie demjenigen raten, dem die Diagnose Asthma gestellt wurde?
Cathy Freeman: Ich glaube, das Wichtigste ist es, positiv zu sein. Positiv denken stärkt die Gesundheit langfristig und ist in diesem Sinne die beste Medizin. Und vor allem: Vertrauen in den Arzt haben und daran denken, dass Asthma behandelbar ist und gut kontrolliert werden kann.
Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.
Ein Leben mit Asthma
anläßlich des
13. Kongresses der European Respiratory Society,
vom 27.09. - 01.10.03, Wien
Cathy, die meisten Deutschen haben die Olympischen Spiele, die im Jahre 2000 in Sydney stattfanden, im Fernsehen verfolgen können. Was fühlten Sie, als Sie das olympische Feuer entfachten?
Cathy Freeman: Ich fühlte mich unglaublich geehrt und konnte es zuerst gar nicht fassen, dass ich ausgewählt worden war. Gleichermaßen versuchte ich aber auch meine Gefühle zu beherrschen und mich gedanklich auf meinen Lauf zu konzentrieren. Ich war bemüht, meine Emotionen nicht zu sehr überschwappen zu lassen, denn ich musste mich voll auf das bevorstehende Rennen und den Erfolg konzentrieren. Schließlich wollte ich ja siegen.
Viele Menschen in aller Welt haben es als einen großen Erfolg für die Sache der Aborigines empfunden, dass gerade Sie das olympische Feuer entzündet hatten. Nur wenige wissen hingegen, dass Sie auch Asthmatikerin sind. Wann hat sich die Erkrankung zum ersten Mal bei Ihnen bemerkbar gemacht?
Cathy Freeman: Im Jahre 1991, als ich gerade 18 Jahre alt war. Es traf mich also, als ich gerade dabei war, meine Sportlerkarriere aufzubauen. Im Grunde genommen wurden die Asthmabeschwerden bereits einige Jahre vor meinem damaligen Silbermedaillen-Gewinn im 400 Meter Lauf so richtig ernst.
Wann haben Sie Ihre Sportlaufbahn denn begonnen?
Cathy Freeman: Ungefähr als ich 16 war.
Sicher war die Diagnose „Asthma“ auch für Sie zunächst ein Schock. Hatten Sie damals daran gedacht, Ihre Sportlaufbahn abzubrechen?
Cathy Freeman: Oh, nein, keineswegs! Niemals. Ich habe nur zweimal eine Auszeit genommen, beide Male aus anderen Gründen: Einmal, als ich verletzt war, und ein zweites Mal, als ich mich sehr erschöpft fühlte und es mir aus persönlichen Gründen nicht gut ging.
Wie ist es möglich, dass Sie trotz Ihres Asthmas zu den weltbesten Sprintern gehören?
Cathy Freeman: Nun, ich bin ein sehr entschlossener Mensch und der Sport ist meine Leidenschaft. Ich glaube, ich bin zum Rennen geboren. Ich war überzeugt, dass eine olympische Goldmedaille im Bereich des Möglichen lag. Dieser Sieg war ein realistisches Ziel. Aber einmal abgesehen von der Goldmedaille – das Asthma wird mich niemals von den schönen Dingen abhalten, die mich so glücklich machen. Meine Ärzte haben mir versichert, dass man sein Asthma gut „managen“ kann. Ich nehme meine vorbeugenden Medikamente und habe meinen „reliefer“. Zwischen 1991 und 1997 hatte ich wirklich schweres Asthma...
Eine gute Therapie war also eine der Voraussetzung dafür, dass Sie aktiver Sportler bleiben konnten?
Cathy Freeman: Ja, ich glaube die Therapie, das Wissen um die Erkrankung, die Hilfe des Arztes und die Unterstützung vieler anderer haben da eine Rolle gespielt. Außerdem bin ich ein positiv denkender Mensch. Ich würde eher „ja“ sagen als „nein“, was meine Fähigkeiten betrifft.
Wie bereiten Sie sich auf Ihre Wettkämpfe vor, nehmen Sie bei Bedarf vorher Medikamente?
Cathy Freeman: Ja, gewöhnlich nehme ich vorher meine Medikamente.
Was würden Sie demjenigen raten, dem die Diagnose Asthma gestellt wurde?
Cathy Freeman: Ich glaube, das Wichtigste ist es, positiv zu sein. Positiv denken stärkt die Gesundheit langfristig und ist in diesem Sinne die beste Medizin. Und vor allem: Vertrauen in den Arzt haben und daran denken, dass Asthma behandelbar ist und gut kontrolliert werden kann.
Vielen herzlichen Dank für das Gespräch.
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