Asthma bei Kindern

Asthma bronchiale häufigste chronische Krankheit

Die Zahl chronisch kranker Kinder hat in den vergangenen 20 bis 25 Jahren dramatisch zugenommen. "Es hat sich ein einschneidender Wandel in der Erkrankungsstruktur vollzogen, der die Pädiater, aber auch die Gesellschaft vor völlig neue Herausforderungen stellt", sagte Prof. Dr. Dietrich Reinhardt, Direktor des Haunerschen Kinderspitals an der Ludwig-Maximilian-Universität München, heute auf dem 29. Interdisziplinären Forum der Bundesärztekammer in Berlin. Repräsentative Untersuchungen hätten bei bis zu 10 Prozent der Kinder eine chronische Erkrankung festgestellt.

In Deutschland sind acht Prozent der Schulkinder an Asthma bronchiale erkrankt. Von diesen haben etwa 5 bis 10 Prozent eine schwere, 25 Prozent eine mittelschwere, die übrigen eine leichte Krankheitsausprägung. 80 Prozent der Kinder erkranken vor dem 6. Lebensjahr an Asthma bronchiale. In der Mehrzahl der Fälle liegt der Krankheit eine ererbte Überempfindlichkeit zugrunde, die sich auch in Allergien und Neurodermitis niederschlagen kann. Zudem können durch Viren ausgelöste Atemwegserkrankungen oder die Inhalation von Reizgasen ursächlich für Asthma bronchiale sein. In Langzeitstudien hat sich gezeigt, dass ein Großteil der im Kindesalter erkrankten Patienten auch als Erwachsene noch an der Krankheit leiden.



Bei allergischem Asthma bronchiale ist besonders wichtig, die Kinder im Haushalt von Allergie auslösenden Substanzen fernzuhalten, beispielsweise durch Matratzenüberzüge gegen Hausstaubmilben. Bei der medikamentösen Behandlung sei die Gabe von antientzündlichen Präparaten von zentraler Bedeutung, sagte Prof. Dr. Ulrich Wahn, Leiter der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie an der Universitätsklinik Charité in Berlin.

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