Herzerkrankungen
Herzerkrankungen - 10 Fragen und 10 Antworten
Spricht der Volksmund von Herzerkrankung, so rückt meist der Infarkt dieses Organes in das Zentrum der Betrachtung. Dass es andere Erkrankungen des Herzens gibt, die mindestens ebenso desaströse Folgen haben können, wird dabei oft vernachlässigt. Eine größere Gruppe, die heute im Zentrum dieserKolummne stehen sollen, sind die entzündlichen Erkrankungen des Herzens: Endo-, Myo- und Perikarditis.
Begriffsklärung: was bedeutet eigentlich endo, myo, peri des Herzens?
Die entzündlichen Erkrankungen des Herzens sind nach den jeweils betroffenen Strukturen gegliedert. Drei relevante Gewebe können an einem unserer wichtigesten Organe befallen sein: die Herzinnenhaut (endo-, innen), der Herzmuskel selbst (myo-) oder die das Herz umgebende (peri-)schützende Hülle, der Herzbeutel selbst. Aus praktischen Erwägungen und weil die Übergänge fließend sein können werden die Peri- und Myokarditis oft zur Perimyokarditis zusammengefaßt. Prinzipiell getrennt ist diese jedoch in den allermeisten Fällen von einer Entzündung der Herzinnenhaut, der Endokarditis. Während eine Endokarditis in den meisten Fällen von Bakterien ausgelöst wird, so sind für die Perimyokarditis überwiegend virale Erreger verantwortlich.
Flexicon: Anatomie des Herzens
Welche Strukturen sind bei einer Endokarditis am meisten gefährdet? Diese Frage läßt sich leicht beantworten, wenn man einmal verstanden hat, daß die Herzinnenhaut den Herzmuskel nicht einfach nur auskleidet, sondern auch für die Bildung der Herzklappen zuständig ist. Letztere regeln ja ähnlich den Ventilen einer Pumpe den geregelten Blutfluß durch unser Pumporgan. Fällt eine der Klappen aus, so hat dies teilweise katastrophale Folgen. Dies kann leicht passieren und wird deutlich, wenn man sich ausmalt, dass eine Entzündung an der Herzinnenhaut auch bedeutet, dass sich, bedingt durch eine hohe Konzentration von lokalen Botenstoffen, auch Gerinnsel bilden können. Befindet sich ein solches Blutgerinnsel, das meist von Krankheitserregern durchsetzt ist, auf einer Herzklappe, so kann sich diese nicht mehr richtig schließen und öffnen. Somit kommt also unter Umständen nicht nur zu wenig Blut durch die Klappe hindurch, wenn es denn fließen soll, sondern sie ist möglicherweise dann, wenn sie kein Blut passieren lassen soll, undicht.
SWR.de: Herzklappenfehler
Was für Formen der Endokarditis gibt es und wie behandelt man sie?
Generell unterscheidet man die nicht-infektiösen und die infektiösen Endokarditiden. Erstere enstehen im Rahmen von schweren Allgemeinerkrankungen (z.B. Krebs) oder als Folgeerkrankung im Sinne einer allergischen Reaktion des Körpers auf einen Infekt der oberen Luftwege (Mandelentzündung, Rachenentzündung): rheumatisches Fieber. Symptome können sein: Fieber, Schwitzen; "wandernde" Gelenkbeschwerden, bestimmte Hautsymptome sowie der Befall des Herzens. Wichtig ist, zu betonen, dass das rheumatische Fieber das ganze Herz befällt; entscheidend ist jedoch der Befall der Herzinnenhaut, der sich in Herzklappenfehlern äußert. Behandelt wird in der Regel mit Penicillin. Die infektiöse Entzündung der Herzinnenhaut und somit der Herzklappen entsteht meist auf dem Boden einer bereits bestehenden Vorschädigung des Herzens. Die Erreger gelangen im Rahmen normalerweise harmloser Überschwemmung des Blutes mit Bakterien an die Herzinnenhaut. Dies ist ein Vorgang, wie er bei vielen Infektionskrankheiten auftreten kann, ebenso bei der Zahnbehandlung oder im Rahmen kleiner operativer Eingriffe. Extrem wichtig ist es deshalb, dass bei Bestehen einer Vorschädigung des Herzens (Klappenfehler) auf die sog. Endokarditisprophylaxe geachtet wird, d.h. die Einnahme eines Antibiotikums im Rahmen der oben beschriebenen Ereignisse. Behandelt wird die infektiöse Endokarditis je nach Empfindlichkeit der Erreger mit unterschiedlichen Antibiotika. Die Symptome können unspezifisch sein, meist aber wird Fieber und starkes Schwitzen beklagt, bei der Untersuchung des Herzens fällt ein Herzgeräusch auf.
Herzpatienteninfo Frankfurt/Main
Wie behandelt man die Myokarditis?
Unter der Myokarditis versteht man, wie bereits erwähnt, eine infektiöse Herzmuskelerkrankung, die in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen wird. Besteht eine Infektion mit diesen Viren, so liegt das Risiko zwischen 1-4%, dass das Herz mit betroffen wird. Der Verlauf einer Myokarditis ist sehr variabel und reicht von einem meist symptomlosen in selteneren Fällen jedoch auch bis hin zu einem tödlichem, schweren Verlauf. Meist ist ein Infekt in der Vorgeschichte zu erheben. Die Symptome können unspezifisch sein: Müdigkeit, Schwächegefühl, meist jedoch besteht als Ausdruck der Erkrankung ein schneller Herzschlag sowie häufige Herzrhythmusstörungen (diese Symptome kommen jedoch auch bei Herzgesunden vor). Die Diagnose wird meist aufgrund der Vorgeschichte und der Symptome gestellt, in Einzelfällen kann es notwendig sein, zur Sicherung eine Probenentnahme aus dem Herzen durchzuführen. Therapiert wird meist symptomatisch, sollte eine bestimmte Erkrankung zum Auftreten der Myokarditis im Sinne einer Folgeerkrankung geführt haben, so sollte man die Primärkrankheit selbstverständlich behandeln.
Hexal.de: Herzrhythmusstörungen
Warum darf man sich bei einer Myokarditis keiner Belastung aussetzen?
Der Herzmuskel ist durch die bestehende Infektion stark belastet. Körperliche Anstrengung führt jedoch noch zu einer Verstärkung dieses Zustandes. Dabei kann es zu einem Übergang der Herzmuskelentzündung in einen chronischen Verlauf kommen, d.h. die Erreger können vom Körper nicht wirksam bekämpft werden und bleiben im Herzmuskel erhalten. Dieser hat also nicht nur momentan, sondern über einen längeren Zeitraum mit einer durch die Viren unterhaltenen Enzündungsreaktion zu kämpfen. Auf Dauer kann so etwas zum Auftreten von Herzschwäche führen: der Muskel verändert sich als Folge der Erkrankung und kann seine Funktion nicht mehr sinnvoll ausüben. Diese Gefahr ist um so größer, weil, wie angedeutet, die Mehrzahl der Fälle zunächst ohne wesentliche Symptome verläuft. Die Erkrankten nehmen einen Infekt vielleicht nicht sehr ernst und belasten sich zu früh wieder voll. Immer wieder kommt es insbesondere bei Leistungssportlern zu plötzlichen Todesfällen, eine gewisse Anzahl hiervon ist möglicherweise einer Herzbeteiligung im Rahmen einer Myokarditis zuzuschreiben.
Encyclopedie.snyke.com: Plötzlicher Herztod
Was ist die Perikarditis im Unterschied zur Myokarditis?
Die Trennung in Myokarditis und Perikarditis (letztere zeichnet sich insbesondere durch bestehende Schmerzen hinter dem Brustbein und charakteristische Befunde bei der Untersuchung mit dem Stethoskop aus) ist nicht immer sinnvoll und möglich. Für diese Fälle wurde der Begriff Perimyokarditis gewählt. Die klassische Perikarditis wird, ähnlich wie die Myokarditis, meist von Viren verursacht. Seltener treten die sogenannten "immunologischen" Perikarditiserkrankungen auf: im Rahmen eines rheumatischen Fiebers (siehe weiter oben) oder als Erkrankung nach einem Herzinfarkt (Dressler-Syndrom) ist die Herzbeutelentzündung gelegentlich zu finden. Auch bei Nierenschwäche und in diesem Rahmen bestehender Überladung des Körpers mit "Abfallstoffen" entwickelt sich eine Perikarditis. Unabhängig von der Entstehung der Erkrankung liegt eine wesentliche Gefahr bei der Perikarditis in der Entstehung eines Ergusses im Herzbeutel. Das Herz kann hierdurch in seiner Funktion beeinträchtigt sein.
Selbsthilfe Lupus erythematodes e.V.
Welche Laborparameter helfen bei der Diagnose entzündlicher Veränderungen des Herzens?
Die Myokarditis, die ja den Herzmuskel befällt, ähnelt in den pathologisch veränderten Laborparametern dem akuten Herzinfarkt. Nicht selten wird die Herzbeutelentzündung deshalb auch als Ausschlußdiagnose bei Verdacht auf Herzinfarkt gestellt. Die klassischen Enzymparameter im Blut, die bei einem Infarkt verändert sein können, das Troponin, die Creatinkinase und weitere Marker sind deshalb auch oft bei der Perikarditis betroffen. Entzündungszeichen können hinzutreten (Erhöhung des C-reaktiven Proteins, der Leukozyten und/oder der Blutsenkungsgeschwindigkeit). Letztere finden sich auch oft bei der Perikarditis; bei der Endokarditis stehen sie im Vordergrund.
Was hat die Tuberkulose mit dem Herzbeutel zu tun?
Die Tuberkulose, früher als Schwindsucht bezeichnet, ist über viele Jahre fast in Vergessenheit geraten, jedoch in den letzten Jahren bedauerlicherweise wieder im Vormarsch. Insbesondere auch in den Ländern der früheren Sowjetrepublik findet sich eine starke Zunahme der Erkrankungsfälle, die gelegentlich auch Auswirkungen in Deutschland zeigt. Unter normalen Bedingungen gibt es gegenwärtig ca. 20-30 Fälle von Tuberkulose pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland. Eine gefürchtete Folgeerkrankung einer Tuberkulose ist nun eine sog. chronisch konstruktive Perikarditis, d.h. narbige Folgezustände der akuten Perikarditis, die das Herz von außen her einengen und insbesondere die reguläre Ausdehnung im Rahmen der Füllung des Herzens mit Blut behindern können. Dies kann wiederum den regulären Rückstrom zum Herzen beeinträchtigen.
Wann sollte man auf eine Endokarditisprophylaxe achten?
Wie oben angedeutet, bedingen Vorschädigungen des Herzens eine erhöhte Gefahr für Infektionen. Insofern haben die entsprechenden Fachgesellschaften klare Empfehlungen herausgebracht, in welchen Fällen nach bestimmten Schemata eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist und wann nicht. Gefährlich sind insbesondere unbehandelte angeborene Herzfehler (mit Ausnahme des Vorhofseptumdefekt ASD II), erworbene Klappenfehler (siehe oben, z.B. durch rheumatisches Fieber, Endokarditis), oder ein Zustand nach Herzklappenersatz mittels mechanischer oder biologischer Prothese. Die genauen Therapieschemata und Situationen, in denen eine Behandlung notwendig ist, können den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie entnommen werden.
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Leitlinien Endokarditisprophlaxe
Wo finde ich weitere Informationen zu entzündlichen Erkrankungen des Herzens?
Neben der bereits erwähnten Website der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, die sich eher an Ärzte als an Patienten richtet, aber detaillierte Leitlinien für die Behandlung der entzündlichen Herzerkrankungen bereithält, finden sich auch auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung weitere Informationen zum Thema.
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Deutsche Herzstiftung
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Die entzündlichen Erkrankungen des Herzens sind nach den jeweils betroffenen Strukturen gegliedert. Drei relevante Gewebe können an einem unserer wichtigesten Organe befallen sein: die Herzinnenhaut (endo-, innen), der Herzmuskel selbst (myo-) oder die das Herz umgebende (peri-)schützende Hülle, der Herzbeutel selbst. Aus praktischen Erwägungen und weil die Übergänge fließend sein können werden die Peri- und Myokarditis oft zur Perimyokarditis zusammengefaßt. Prinzipiell getrennt ist diese jedoch in den allermeisten Fällen von einer Entzündung der Herzinnenhaut, der Endokarditis. Während eine Endokarditis in den meisten Fällen von Bakterien ausgelöst wird, so sind für die Perimyokarditis überwiegend virale Erreger verantwortlich.
Flexicon: Anatomie des Herzens
Welche Strukturen sind bei einer Endokarditis am meisten gefährdet? Diese Frage läßt sich leicht beantworten, wenn man einmal verstanden hat, daß die Herzinnenhaut den Herzmuskel nicht einfach nur auskleidet, sondern auch für die Bildung der Herzklappen zuständig ist. Letztere regeln ja ähnlich den Ventilen einer Pumpe den geregelten Blutfluß durch unser Pumporgan. Fällt eine der Klappen aus, so hat dies teilweise katastrophale Folgen. Dies kann leicht passieren und wird deutlich, wenn man sich ausmalt, dass eine Entzündung an der Herzinnenhaut auch bedeutet, dass sich, bedingt durch eine hohe Konzentration von lokalen Botenstoffen, auch Gerinnsel bilden können. Befindet sich ein solches Blutgerinnsel, das meist von Krankheitserregern durchsetzt ist, auf einer Herzklappe, so kann sich diese nicht mehr richtig schließen und öffnen. Somit kommt also unter Umständen nicht nur zu wenig Blut durch die Klappe hindurch, wenn es denn fließen soll, sondern sie ist möglicherweise dann, wenn sie kein Blut passieren lassen soll, undicht.
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Generell unterscheidet man die nicht-infektiösen und die infektiösen Endokarditiden. Erstere enstehen im Rahmen von schweren Allgemeinerkrankungen (z.B. Krebs) oder als Folgeerkrankung im Sinne einer allergischen Reaktion des Körpers auf einen Infekt der oberen Luftwege (Mandelentzündung, Rachenentzündung): rheumatisches Fieber. Symptome können sein: Fieber, Schwitzen; "wandernde" Gelenkbeschwerden, bestimmte Hautsymptome sowie der Befall des Herzens. Wichtig ist, zu betonen, dass das rheumatische Fieber das ganze Herz befällt; entscheidend ist jedoch der Befall der Herzinnenhaut, der sich in Herzklappenfehlern äußert. Behandelt wird in der Regel mit Penicillin. Die infektiöse Entzündung der Herzinnenhaut und somit der Herzklappen entsteht meist auf dem Boden einer bereits bestehenden Vorschädigung des Herzens. Die Erreger gelangen im Rahmen normalerweise harmloser Überschwemmung des Blutes mit Bakterien an die Herzinnenhaut. Dies ist ein Vorgang, wie er bei vielen Infektionskrankheiten auftreten kann, ebenso bei der Zahnbehandlung oder im Rahmen kleiner operativer Eingriffe. Extrem wichtig ist es deshalb, dass bei Bestehen einer Vorschädigung des Herzens (Klappenfehler) auf die sog. Endokarditisprophylaxe geachtet wird, d.h. die Einnahme eines Antibiotikums im Rahmen der oben beschriebenen Ereignisse. Behandelt wird die infektiöse Endokarditis je nach Empfindlichkeit der Erreger mit unterschiedlichen Antibiotika. Die Symptome können unspezifisch sein, meist aber wird Fieber und starkes Schwitzen beklagt, bei der Untersuchung des Herzens fällt ein Herzgeräusch auf.
Herzpatienteninfo Frankfurt/Main
Wie behandelt man die Myokarditis?
Unter der Myokarditis versteht man, wie bereits erwähnt, eine infektiöse Herzmuskelerkrankung, die in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen wird. Besteht eine Infektion mit diesen Viren, so liegt das Risiko zwischen 1-4%, dass das Herz mit betroffen wird. Der Verlauf einer Myokarditis ist sehr variabel und reicht von einem meist symptomlosen in selteneren Fällen jedoch auch bis hin zu einem tödlichem, schweren Verlauf. Meist ist ein Infekt in der Vorgeschichte zu erheben. Die Symptome können unspezifisch sein: Müdigkeit, Schwächegefühl, meist jedoch besteht als Ausdruck der Erkrankung ein schneller Herzschlag sowie häufige Herzrhythmusstörungen (diese Symptome kommen jedoch auch bei Herzgesunden vor). Die Diagnose wird meist aufgrund der Vorgeschichte und der Symptome gestellt, in Einzelfällen kann es notwendig sein, zur Sicherung eine Probenentnahme aus dem Herzen durchzuführen. Therapiert wird meist symptomatisch, sollte eine bestimmte Erkrankung zum Auftreten der Myokarditis im Sinne einer Folgeerkrankung geführt haben, so sollte man die Primärkrankheit selbstverständlich behandeln.
Hexal.de: Herzrhythmusstörungen
Warum darf man sich bei einer Myokarditis keiner Belastung aussetzen?
Der Herzmuskel ist durch die bestehende Infektion stark belastet. Körperliche Anstrengung führt jedoch noch zu einer Verstärkung dieses Zustandes. Dabei kann es zu einem Übergang der Herzmuskelentzündung in einen chronischen Verlauf kommen, d.h. die Erreger können vom Körper nicht wirksam bekämpft werden und bleiben im Herzmuskel erhalten. Dieser hat also nicht nur momentan, sondern über einen längeren Zeitraum mit einer durch die Viren unterhaltenen Enzündungsreaktion zu kämpfen. Auf Dauer kann so etwas zum Auftreten von Herzschwäche führen: der Muskel verändert sich als Folge der Erkrankung und kann seine Funktion nicht mehr sinnvoll ausüben. Diese Gefahr ist um so größer, weil, wie angedeutet, die Mehrzahl der Fälle zunächst ohne wesentliche Symptome verläuft. Die Erkrankten nehmen einen Infekt vielleicht nicht sehr ernst und belasten sich zu früh wieder voll. Immer wieder kommt es insbesondere bei Leistungssportlern zu plötzlichen Todesfällen, eine gewisse Anzahl hiervon ist möglicherweise einer Herzbeteiligung im Rahmen einer Myokarditis zuzuschreiben.
Encyclopedie.snyke.com: Plötzlicher Herztod
Was ist die Perikarditis im Unterschied zur Myokarditis?
Die Trennung in Myokarditis und Perikarditis (letztere zeichnet sich insbesondere durch bestehende Schmerzen hinter dem Brustbein und charakteristische Befunde bei der Untersuchung mit dem Stethoskop aus) ist nicht immer sinnvoll und möglich. Für diese Fälle wurde der Begriff Perimyokarditis gewählt. Die klassische Perikarditis wird, ähnlich wie die Myokarditis, meist von Viren verursacht. Seltener treten die sogenannten "immunologischen" Perikarditiserkrankungen auf: im Rahmen eines rheumatischen Fiebers (siehe weiter oben) oder als Erkrankung nach einem Herzinfarkt (Dressler-Syndrom) ist die Herzbeutelentzündung gelegentlich zu finden. Auch bei Nierenschwäche und in diesem Rahmen bestehender Überladung des Körpers mit "Abfallstoffen" entwickelt sich eine Perikarditis. Unabhängig von der Entstehung der Erkrankung liegt eine wesentliche Gefahr bei der Perikarditis in der Entstehung eines Ergusses im Herzbeutel. Das Herz kann hierdurch in seiner Funktion beeinträchtigt sein.
Selbsthilfe Lupus erythematodes e.V.
Welche Laborparameter helfen bei der Diagnose entzündlicher Veränderungen des Herzens?
Die Myokarditis, die ja den Herzmuskel befällt, ähnelt in den pathologisch veränderten Laborparametern dem akuten Herzinfarkt. Nicht selten wird die Herzbeutelentzündung deshalb auch als Ausschlußdiagnose bei Verdacht auf Herzinfarkt gestellt. Die klassischen Enzymparameter im Blut, die bei einem Infarkt verändert sein können, das Troponin, die Creatinkinase und weitere Marker sind deshalb auch oft bei der Perikarditis betroffen. Entzündungszeichen können hinzutreten (Erhöhung des C-reaktiven Proteins, der Leukozyten und/oder der Blutsenkungsgeschwindigkeit). Letztere finden sich auch oft bei der Perikarditis; bei der Endokarditis stehen sie im Vordergrund.
Was hat die Tuberkulose mit dem Herzbeutel zu tun?
Die Tuberkulose, früher als Schwindsucht bezeichnet, ist über viele Jahre fast in Vergessenheit geraten, jedoch in den letzten Jahren bedauerlicherweise wieder im Vormarsch. Insbesondere auch in den Ländern der früheren Sowjetrepublik findet sich eine starke Zunahme der Erkrankungsfälle, die gelegentlich auch Auswirkungen in Deutschland zeigt. Unter normalen Bedingungen gibt es gegenwärtig ca. 20-30 Fälle von Tuberkulose pro 100.000 Einwohner pro Jahr in Deutschland. Eine gefürchtete Folgeerkrankung einer Tuberkulose ist nun eine sog. chronisch konstruktive Perikarditis, d.h. narbige Folgezustände der akuten Perikarditis, die das Herz von außen her einengen und insbesondere die reguläre Ausdehnung im Rahmen der Füllung des Herzens mit Blut behindern können. Dies kann wiederum den regulären Rückstrom zum Herzen beeinträchtigen.
Wann sollte man auf eine Endokarditisprophylaxe achten?
Wie oben angedeutet, bedingen Vorschädigungen des Herzens eine erhöhte Gefahr für Infektionen. Insofern haben die entsprechenden Fachgesellschaften klare Empfehlungen herausgebracht, in welchen Fällen nach bestimmten Schemata eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist und wann nicht. Gefährlich sind insbesondere unbehandelte angeborene Herzfehler (mit Ausnahme des Vorhofseptumdefekt ASD II), erworbene Klappenfehler (siehe oben, z.B. durch rheumatisches Fieber, Endokarditis), oder ein Zustand nach Herzklappenersatz mittels mechanischer oder biologischer Prothese. Die genauen Therapieschemata und Situationen, in denen eine Behandlung notwendig ist, können den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie entnommen werden.
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Leitlinien Endokarditisprophlaxe
Wo finde ich weitere Informationen zu entzündlichen Erkrankungen des Herzens?
Neben der bereits erwähnten Website der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, die sich eher an Ärzte als an Patienten richtet, aber detaillierte Leitlinien für die Behandlung der entzündlichen Herzerkrankungen bereithält, finden sich auch auf den Seiten der Deutschen Herzstiftung weitere Informationen zum Thema.
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie
Deutsche Herzstiftung
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