Ausgabe Februar 2012




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Immuntherapie & Asthma

Die spezifische Immuntherapie erzielt
sehr gute Behandlungserfolge bei allergischer Rhinitis und bei
allergischem Asthma. Neue Studien und erweiterte Grundlagenkenntnisse
führen fortwährend zum Ausbau der Einsatzgebiete. Auf dem 25.
Kongress der European Academy of Allergology and Clinical Immunology
(EAACI) in Wien präsentierte Lars Jacobsen, Dänemark, 10-Jahresdaten
über den präventiven Nutzen der spezifischen Immuntherapie (SIT) mit
intakten Allergenen bei Asthma.



Jeder dritte Patient mit allergischer Rhinitis wird später zum
Asthmatiker. Denn häufig weitet sich die allergische
Reaktionsbereitschaft von der Nasen- auf die Bronchialschleimhaut
aus. WHO und ARIA-Initiative (Allergic Rhinitis and its impact on
Asthma) betonen deshalb, dass es sich bei der allergischen Rhinitis
um eine "major chronic respiratory disease" handelt, die konsequent
behandelt werden muss.


In der von Jacobsen vorgestellte Preventive Allergy Treatment
(PAT) Studie waren Kinder mit Heuschnupfen aufgrund von Gräserund/
oder Birkenpollen entweder rein symptomatisch oder mit einer
dreijährigen subkutanen SIT behandelt worden. Asthma galt in beiden
Gruppen zu Beginn der Studie als Ausschlusskriterium. An der Studie
waren Kliniken in Dänemark, Finnland, Schweden, Österreich und
Deutschland beteiligt.

Die multizentrische PAT-Studie zeigt, dass die kausal wirkende SIT
mit standardisierten funktionell intakten Allergenen bei etwa der
Hälfte der behandelten Heuschnupfen-Kindern die Entwicklung eines
Asthma bronchiale verhindern kann und dass dieser präventive Effekt
langfristig ist: Nach zehn Jahren waren 24 von 53 Kindern - also 45
Prozent - aus der Kontrollgruppe zusätzlich an Asthma erkrankt. In
der Verumgruppe entwickelten dagegen nur 16 von 64 Kindern (25
Prozent) Asthma. Eine dreijährige SIT verhindert somit langfristig
bei mindestens jedem zweiten an allergischer Rhinitis erkrankten Kind
Asthma. "Eine spezifische Immuntherapie ist die einzige ursächliche
Behandlungsmöglichkeit für Allergien. Wir wissen jetzt, dass diese
Therapie auch langfristig vor Asthma schützen kann", sagte Jacobsen.
Bei der subkutanen SIT wird dem Patienten ein Allergenpräparat in
langsam ansteigenden Dosen regelmäßig unter die Haut injiziert.
Dadurch kommt es zu einer zunehmenden Toleranz des Immunsystems
gegenüber den Allergenen. Bei einer Pollenallergie liegen die
Erfolgsquoten der SIT bei bis zu 90 Prozent. Die Beschwerden werden
dauerhaft deutlich gelindert, und die Patienten benötigen weniger
antiallergische Medikamente. In vielen Fällen bildet sich die
allergische Reaktionsbereitschaft des Immunsystems sogar vollständig
zurück - der Patient ist dann von seiner Allergie geheilt.
(ots)


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