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Adipositas & Medikamentöse Therapie

Die Adipositas und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen
sind ein stetig wachsendes Problem in Deutschland. Doch eine
nachhaltige Gewichtsreduktion durch Diäten, kombiniert mit Bewegung,
ist für viele Betroffene oftmals schwer zu realisieren. Unterstützung
bietet die medikamentöse Therapie mit dem Sättigungsverstärker
Sibutramin. Aufgrund der weltweit vorliegenden positiven
Daten wird Sibutramin bei der Therapie der Adipositas in Deutschland
in der Leitlinie der Deutschen Adipositasgesellschaft und Deutschen
Diabetesgesellschaft empfohlen. Damit möglichst vielen Betroffenen
der Zugang zu dieser Therapie erleichtert werden kann, hat das
Unternehmen Abbott jetzt den Preis für Sibutramin um rund 50 Prozent
gesenkt. Besonders in sozial schwächeren Familien kann der
Medikamentenpreis ein wesentliches Hindernis für eine effektive
medikamentöse Unterstützung bei der Gewichtsreduktion darstellen.
Theoretisch ist die Reduktion des Körpergewichts einfach, die
Energiezufuhr muss gedrosselt, der Energieverbrauch erhöht werden, so
dass eine negative Energiebilanz entsteht. In der Praxis gestalten
sich die Versuche der Patienten, ihr Gewicht nachhaltig zu
reduzieren, jedoch sehr oft schwierig. Seit den 80iger Jahren hat
sich die Prävalenz der Adipositas nach Angaben der
Weltgesundheitsorganisation (WHO) in vielen Ländern Europas
mindestens verdreifacht, Tendenz steigend.

Übergewicht und Adipositas werden demnach zu einem immer größeren
Gesundheitsproblem in unserer Gesellschaft. Denn sie triggern
verschiedenste Folgeerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck und
Störungen des Fettstoffwechsels und legen damit den Grundstein für
kardiovaskuläre Erkrankungen. Hinzu kommen psychosoziale Probleme.
Minderwertigkeitsgefühle, Schwierigkeiten in der Partnerschaft und am
Arbeitsplatz mit schlechteren beruflichen Aufstiegschancen sind
häufig vorprogrammiert und können über das so genannte "Frustessen"
das Problem sogar noch verschärfen.

Medikamentöse Therapie ermöglicht langfristige Gewichtsreduktion
Die Gründe für eine steigende Gewichtszunahme sind vielfältig.
Neben Bewegungsmangel und dem Leben in einer Überflussgesellschaft,
in der Nahrungsmittel an praktisch jeder Straßenecke zu beziehen
sind, liegt bei vielen Patienten eine Störung der Sättigung vor. Die
Portionen werden größer und die Patienten immer dicker. Zwar gelingt
es den Betroffenen durch Reduktionsdiäten und unterstützt durch eine
gute psychologische Führung häufig, ihr Gewicht kurzfristig um einige
Kilo zu reduzieren. Auf längere Sicht aber pendelt sich das
Körpergewicht nach Beendigen der Diät infolge des berüchtigten
Jo-Jo-Effektes nicht selten sogar auf einem höheren Niveau wieder
ein. Deutlich günstiger sind die Langzeiterfolge, wenn die
Gewichtsreduktion durch eine medikamentöse Therapie mit Sibutramin
unterstützt wird.

Anders als Appetitzügler setzt der Sättigungsverstärker Sibutramin
dort an, wo im Gehirn das Hunger- und Sättigungsgefühl geregelt wird.
Hierbei spielt insbesondere der Botenstoff Serotonin eine wichtige
Rolle. Sibutramin lässt vor allem diesen Botenstoff, welcher die
Information "satt" transportiert, länger wirken - die Portionen
werden kleiner und quälende Heißhungerattacken lassen nach. Studien
belegen eine um ca. 20 Prozent verminderte Nahrungsaufnahme.
Zudem regt Sibutramin den Stoffwechsel an und erhöht so den
Grundumsatz der Patienten.

Der Wirkstoff Sibutramin kann demnach, begleitend zu einer
Ernährungs- und Bewegungstherapie, die Gewichtsreduktion bei
Adipositas fördern. Die medikamentöse Therapie zur Gewichtsabnahme
wird jedoch noch nicht ausreichend genutzt, da die Patienten die
Medikation selbst bezahlen müssen. Gerade in sozial schwächeren
Familien ist dies oft nicht möglich. Daher wird die medikamentöse
Unterstützung bei der Gewichtsreduktion zu selten eingesetzt, auch
wenn der Arzt sie empfiehlt und sie vom Patienten erwünscht ist. Um
einer breiteren Patientenschicht diese Therapieoptimierung für eine
erfolgreiche Gewichtsreduktion zu ermöglichen, hat Abbott jetzt den
Preis für Sibutramin um fast 50 Prozent gesenkt.

Zusammenfassung der Studienergebnisse

Die S.A.T.-Studie (Sibutramin Adiposity Trial) von Hauner et al.
zeigte, dass der selektive Serotonin- und
Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Sibutramin die Gewichtsreduktion
fördert. In der placebokontrollierten Studie war der Gewichtsverlust
am größten, wenn die Patienten neben der Ernährungstherapie
zusätzlich mit 15 mg Sibutramin behandelt wurden. Außerdem konnten
signifikant mehr Patienten ihr Körpergewicht um 5 oder sogar um 10
Prozent bei Anwendungen von Sibutramin reduzieren. Zusätzlich zur
Gewichtsabnahme kam es zu einer deutlichen Verbesserung der
Blutfettwerte wie Cholesterin und Triglyceride. Sowohl in der
Sibutramin- als auch in der Placebogruppe wurde bei zuvor bestehender
moderater Hypertonie auch eine Reduktion des Blutdrucks gesehen,
während die Werte bei Patienten mit normalem Blutdruck im Vergleich
beider Gruppen unverändert blieben.

Bei Patienten mit Übergewicht und Typ 2-Diabetes oder einer
gestörten Glukosetoleranz bewirkt die Behandlung mit Sibutramin,
begleitend zu einer hypokalorischen Diät, auch Verbesserungen der
Parameter des Glukosestoffwechsels.

Untersuchungen von Wirth et al. bei Patienten, die zuvor
mindestens ein halbes Jahr Sibutramin eingenommen hatten, belegen,
dass der Wirkstoff auch dazu beitragen kann, das reduzierte
Körpergewicht langfristig zu halten. In einer
Praxisbeobachtungsstudie über 24 Wochen konnte gezeigt werden, dass
im Mittel die Gewichtsreduktion auch nach Absetzen der Substanz
erhalten bleibt. Die Patienten hatten überwiegend ihr Essverhalten
während der Therapie geändert und nach deren Ende beibehalten.
Aufgrund der vorliegenden positiven Daten wird Sibutramin bei der
Therapie der Adipositas in Deutschland in den Leitlinien der
Deutschen Adipositasgesellschaft und der Deutschen
Diabetesgesellschaft empfohlen.

(ots)


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