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Impfmüdigkeit - Vogelgrippe

Aktuell: Grippe-Impfung jetzt ratsam

  Im Herbst 2006 erlebte das Rheinland die größte Masern-Epidemie seit Einführung der Meldepflicht in Deutschland in 2001. Über 230 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Mindestens fünf davon erkrankten an einer durch Masernviren ausgelösten Gehirnentzündung. Grund für die Ausbreitung der gefährlichen Infektionskrankheit war mangelnder Impfschutz. Die Apotheker in Nordrhein warnen daher vor einer weiter zunehmenden Impfmüdigkeit.
Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in Nordrhein: "Viele Menschen unterschätzen die Gefahr von Infektionskrankheiten und lassen sich nicht dagegen impfen. Ein aktuelles Beispiel ist die Grippe-Impfung. Gerade jetzt, im September oder Oktober, wenn der aktuelle Impfstoff produziert ist, wäre der beste Zeitpunkt zu einer Grippeschutz-Impfung." Stattdessen verunsichern Impfgegner die Menschen mit falschen Darstellungen über vermeintliche Nebenwirkungen von Impfstoffen. Die Folge: Zahlreiche Erwachsene verzichten auf Nachimpfungen, viele Kinder werden nicht mehr ausreichend geimpft.

"Eine besorgniserregende Entwicklung", so Katzenbach, "denn nur durch ein breit angelegtes Impfprogramm konnten gefährliche Krankheiten wie Diphtherie oder Tuberkulose in Westeuropa, die Pockenkrankheit weltweit, gänzlich ausgerottet werden." Nimmt die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung weiter zu, können sich solche Krankheiten schnell wieder ausbreiten. Da in Deutschland keine Impfpflicht besteht, kann jeder selbst entscheiden, ob er sich oder sein Kind impfen lässt. Doch nur wenn möglichst viele Menschen geimpft sind, können gefährliche Krankheiten wirklich ausgerottet werden. "Orientierung für notwendige Impfungen bieten die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO)", informiert Apotheker Katzenbach. Diese werden jährlich aktualisiert. Für Kinder empfiehlt die STIKO inzwischen zu den bislang üblichen Impfungen zusätzlich noch Impfungen gegen Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündung verursachen können), Meningokokken (Erreger der Hirnhautentzündung) und Windpocken. Erwachsene sollten sich außerdem gegen Grippe und ebenfalls gegen Pneumokokken impfen lassen. Für Senioren ist die Grippe-Impfung besonders empfehlenswert, da ihr Immunsystem oftmals sehr anfällig reagiert.

"Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen der Medizin", so die Pressesprecher. Die modernen Impfstoffe sind in der Regel gut verträglich und werden häufig von der Krankenkasse bezahlt. Was viele nicht wissen: Wer zum Arzt geht, um sich impfen zu lassen, muss keine Praxisgebühr zahlen. Impfungen sind Vorsorgeleistungen und daher von dieser Gebühr befreit. Ausführliche Impfberatungen werden in allen Apotheken in Nordrhein angeboten. Hier erfährt man auch, welche Impfungen bei Auslandsreisen empfehlenswert sind.

Hinweis: Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts unter www.rki.de:

Empfehlungen der STIKO (Auszüge)

  • 1. Lebensjahr: Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b, Hepatitis B und Poliomyelitis (Sechsfach-Impfung) sowie Pneumokokken.
  • 2. Lebensjahr: Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken) sowie Meningokokken.
  • Erwachsene über 60 Jahre sollten sich möglichst jährlich gegen Influenza (Grippe) impfen lassen und im Intervall von fünf Jahren gegen Pneumokokken.
  • Für alle Erwachsenen wird eine FSME-Impfung alle fünf Jahre empfohlen, über 60-Jährige sollten den Impfabstand auf drei Jahre verkürzen. Zu einer Tetanus-Impfung wird alle zehn Jahre geraten.


(Apothekerkammer Nordrhein)



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