Ausgabe Februar 2012




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Asthmatherapie

Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen erfordern vom behandelnden Arzt besondere Aufmerksamkeit in Diagnostik und Medikation. Die Grundlage der Arzneitherapie schwerer Obstruktionen der Atemwege sind dabei hoch dosierte, inhalative Corticosteroide in Kombination mit lang wirksamen, inhalativen ß-Sympathomimetika. In schweren Fällen und im Notfall sehen die Leitlinien der Deutschen Atemwegsliga im Jahre 2006 sowohl beim Asthma als auch bei der COPD den Einsatz systemischer Corticosteroide vor.


Anlässlich des "9. Deutschen Lungentages" nahmen die Atemwegsspezialisten Professor Dr. med. Roland Buhl, Mainz und Professor Dr. med. Adrian Gillissen, Leipzig aktuell Stellung zu diesen Thema.

"Die Asthma-Therapie ist eine Erfolgsstory", sagt Buhl. Mit den heute zur Verfügung stehenden inhalativen Medikamenten könnten über 90 Prozent aller Asthma-Patienten so behandelt werden, dass sie ein weitgehend normales Leben führen. "Bei vielen Patienten mit schwerem Asthma ist darüber hinaus phasenweise oder dauerhaft eine Therapie auch mit systemischen Corticosteroiden erforderlich." Grundlage der Asthma-Behandlung ist eine umfassende Anamnese. Darin waren sich beide Experten einig, weil beim Asthma "eine Fülle von auslösenden Faktoren möglich ist", so Gillissen.

Schweres Asthma - was ist das?

"Schweres Asthma" kann nach Ansicht von Buhl "nie eine ad-hoc Diagnose" sein, sondern sei die Konsequenz einer längerfristigen Beurteilung des Krankheitsverlaufes bei bereits gesichertem Asthma. Kommt es trotz sicherem Ausschluss anderer Erkrankungen und vom Patienten konsequent befolgter, Leitlinien-gerechter Therapie weiterhin zu Beschwerden und häufigen Exazerbationen, ist von schwerem Asthma auszugehen. Nach Gillissen ermöglichen die Ergebnisse der Spirometrie als dem wichtigsten apparativen Diagnoseverfahren die Einteilung in den vorliegenden Schweregrad.

Therapie-Erfolg beim schweren Fall in 30 Minuten - oder…

Für beide Experten steht es außer Frage, dass auf Basis der bestehenden Studienlage die frühzeitige und konsequente Therapie mit inhalativen Corticosteroiden die Grundlage der Asthma-Therapie ist. Bei einem schweren Asthma-Anfall sollten die Patienten unmittelbar die Frequenz der Anwendung rasch wirksamer ß-Mimetika steigern. Darüber hinaus "sehen die aktuellen Leitlinien bei Asthma-Exazerbationen oder -Anfällen den Einsatz systemischer Corticosteroide vor", so Buhl. Bessert sich der Zustand des Patienten nach Einleitung der Therapie nicht "innerhalb von ca. 30 Minuten, gehört er in ein Krankenhaus", erläutert Gillissen.

Damit es so weit erst gar nicht kommt, ist nicht nur die Therapietreue des Patienten erforderlich, sondern auch die Unterstützung durch die Familie und sein soziales Umfeld. Der Familie kommt durch Annehmen der Diagnose und positives Feedback eine wichtige Rolle zu; Patient und Familie sollten für Notfallsituationen geschult werden, um diese rechtzeitig zu erkennen und zu vermeiden.

Corticosteroide - sicher und unentbehrlich

Ein erhebliches Problem sehen beide Pneumologen in der "Cortison-Skepsis" sowohl von Patienten als auch bei Eltern und in der Pädiatrie. "Mangelnde und falsche Informationen führen dazu, daß die Angst vor einer notwendigen, intermittierenden oder Dauertherapie mit systemischen Corticosteroiden bei Patienten mit schwerer Erkrankung größer ist als die Angst vor den langfristigen Folgen einer Untertherapie", so Buhl. "Eine fehlende Entzündungshemmung in den Atemwegen ist jedoch streng mit einer Verschlechterung des Asthmas assoziiert", erklärt Gillissen. Die Datenlage bei topischen Corticosteroiden ist absolut solide und auch bei der korrekten Dauertherapie mit systemischem Corticosteroiden können viele Nebenwirkungen in Intensität und Frequenz vermieden oder zumindest abgeschwächt werden.(cgc 12/2006)




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