|    | |    | | |

Übergewicht

Mit behutsamer Nahrungsumstellung und regelmäßigem Ausdauersport Teufelkreis durchbrechen - Fast jeder Übergewichtige weiß, wie schwer es ist, sein Gewicht zu reduzieren. Diäten helfen langfristig oft wenig. Viele Jahre wurden Übergewichtige verlacht, wenn sie ihre vergeblichen Versuche einer dauerhaften Gewichtsabnahme mit einem Hinweis auf fehlgesteuerte "Drüsen" rechtfertigten. Die Wissenschaft der vergangenen zehn bis 15 Jahre hat jedoch gezeigt, dass damit den "Dicken" zumindest teilweise unrecht getan wurde. Denn einmal angesetztes Bauchfett, das sogenannte innere oder Eingeweide-Bauchfett, "lebt" und signalisiert dem Gehirn ständig einen nicht vorhandenen Nahrungsnotstand. Der Appetit wird angeregt und das Sättigungsgefühl schwindet. Die Deutsche Klinik für Naturheilkunde und Präventivmedizin (www.dknp.de) empfiehlt Betroffenen, diesen Kreislauf mit einer behutsamen Nahrungsumstellung und einer regelmäßigen Ausdauersportart zu durchbrechen.

"Insbesondere Fettzellen, die unter der Musulatur liegen und im Bauchbereich die Eingewiede umkleiden, können bei deutlichem Übergewicht Botenstoffe (Hormone) freisetzen, die die hormonelle Steuerung von Appetit und Nahrungsverwertung stören", erläutert Prof. Michael Stimpel, Chefarzt der DKNP. "Das normale Sättigungsgefühl schwindet, der Appetit nimmt zu und der Körper verlangt nach immer mehr Nahrung. Es entsteht ein Teufelskreis, aus dem sich die meisten Patienten nicht ohne professionelle Hilfe befreien können."


Wie kommt das Fett in den Bauch?
Doch treten hormonelle Störungen erst dann auf, wenn sich das Bauchfett in erheblichem Maße gebildet hat. Für die meisten übergewichtigen Patienten ist zunächst schlichtweg eine falsche Ernährung in Verbindung mit zu wenig Bewegung Ursache für die überflüssigen Pfunde: Sie essen zu viel, zu kalorienreich und dies bei zu geringem Energieverbrauch. Darüber hinaus gibt es - so weiß man heute - eine erbliche Veranlagung: Es gibt Menschen, die täglich mehr Nahrung zu sich nehmen als sie benötigen und trotzdem problemlos ihr Idealgewicht halten, andere wiederum nehmen dabei zu. Ein Dilemma mit verheerenden Konsequenzen: Übergewicht ist inzwischen eine Volkskrankheit. Etwa jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist übergewichtig zunehmend auch Kinder. Diese Entwicklung ist insofern gefährlich, als Übergewichtige ein erhöhtes Risiko haben, Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder koronare Herzkrankheit zu entwickeln.

Dem Bauchfett "lustvoll" an den Kragen
Jede Gewichtsabnahme beginnt mit einer Analyse der Lebensgewohnheiten und beinhaltet die Fragen nach Schlaf, Tagesablauf, Bewegung, Essensqualität und-Quantität, Stress und Distress bzw. Spannungs- und Entspannungsphasen sowie nach Risikofaktoren wie Alkohol oder Nikotin. "Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bemühungen, sein Körpergewicht zu reduzieren, ist die Aufnahme einer regelmäßigen Dauersportart," weiß Prof. Stimpel. "Ohne regelmäßige körperliche Bewegung ist eine Gewichtsabnahme nahezu unmöglich."

Eine Nahrungsumstellung muss behutsam erfolgen und stets als "lustvoll" empfunden werden. Günstig ist es, eine solche Nahrungsumstellung durch ein einwöchiges Heilfasten einzuleiten. Beim Fasten geht es jedoch weniger um einen ersten Gewichtsverlust als vielmehr darum, durch den Nahrungsentzug ein neues Bewußtsein für seinen Körper zu erlangen. Nach der Fastenwoche kann sich der Körper durch einen langsamen und bewussten Nahrungsaufbau problemlos an kleinere Mengen gewöhnen. "Patienten, die in unsere Klinik kommen, entwickeln durch das Fasten oft eine völlig neue Lust am Essen: Sie schmecken anders und genießen bewußter," berichtet Prof. Stimpel. Der Erfolg ist um so größer, je mehr Zeit man dem Körper nach der Fastenperiode gibt, sich an die "richtige", sprich dem Energieverbrauch gemäße Ernährung, anzupassen.

Das Erlernen von Entspannungsverfahren ist ein weiterer, wichtiger Faktor, der insbesondere Menschen hilft, die unter Stresssituationen zu unkontrolliertem Eßverhalten neigen. Das Neu-Erlernte muss dem Alltag des einzelnen Patienten angepasst werden und dauerhaft durchführbar sein. Ziel ist es nicht, kurzfristig möglichst viel Gewicht abzunehmen, sondern einen langfristigen Plan zu erstellen, der eine Gewichtsabnahme von maximal 0,5 - 1,0 Kg pro Monat vorsieht. "Eine erfolgreiche und dauerhafte Gewichtsabnahme bei Übergewicht bedeutet daher viel mehr als "nur" weniger essen, sondern für viele eine grundsätzliche Umstellung oft lange bestehender Lebensgewohnheiten," fasst Prof. Stimpel zusammen. (Deutsche Klinik für Naturheilkunde und Präventivmedizin (DKNP)- Bettina K. Bernsdorf; 01/07)




Newsticker01.04.2012 | 08:34:11
Frühtherapie der MS und langfristige Behandlung mit lnterferon beta-1b reduzieren Schubrate und verbessern Prognose der MS-Patienten

23.03.2012 | 12:10:15
Bei Leberzellkrebs und Nierenzellkrebs greift Sorafenib zielgerichtet Tumorzellen und Tumorgefäße an

11.02.2012 | 02:12:12
Hämophilie-Therapie mit Gerinnungsfaktorkonzentrat ermöglicht normale Lebenszeiterwartung