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Selbstbewusst wohlfühlen im eigenen Körper

Der Kampf gegen die Körperfülle ist für viele stark übergewichtige Frauen ein langer und aussichtsloser. Misserfolge durch gescheiterte Diäten mit Jojo-Effekt tragen zusammen mit den Hänseleien, denen Dicke von Kindesbeinen an ausgesetzt sind, dazu bei, den eigenen Körper als Feind zu empfinden. Sich wieder mit sich selbst anzufreundenund ein gesundes Verhältnis sowohl zum eigenen Körperals auch zum Essverhalten zu finden, hilft die Körperbildtherapie, die die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapieder Ruhr-Universität ab März 2007 anbietet. Die Gruppentherapie soll so auch beim Abnehmen unterstützendwirken. Interessentinnen mit einem Body-Mass-Index von über 30 können sich ab sofort informieren unter Tel. 0234/32-27788 oder per E-Mail (dorothea.trojca@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de).

Den Teufelskreis durchbrechen
Stark übergewichtige Patienten sind häufiger als Normalgewichtige Hänseleien und Stigmatisierungen bezüglichihres Körpers ausgesetzt. Oft werden sie als faul, krank und unkontrolliert beschrieben. Deshalb sind sie häufigunzufrieden mit dem eigenen Körper, was sich in einem negativen Selbstbild niederschlägt. Diäten enden oft mit dem berühmten Jojo-Effekt, was den Frust immer mehr steigen lässt. Die Körperbildtherapie soll diesen Teufelskreis aus Frust, Essen und Diäten durchbrechenhelfen. "Unser wichtigstes Ziel ist mehr Akzeptanz des eigenen Körpers", so Dorothea Trojca.


Psychische Faktoren berücksichtigen
Adipositas (Fettsucht) gilt zurzeit nicht als psychische Störung, sondern "nur" als Risikofaktor für medizinische Erkrankungen. "Üblicherweise zielt die Adipositastherapie auf Gewichtsreduktion bzw. neuerdings auf Gewichtsstabilisierung ab", erklärt Dorothea Trojca. "Diäten, als bei Adipositas am häufigsten durchgeführte Behandlung, zeigen im Langzeitverlauf allerdings Misserfolgsquoten von über 90 Prozent." Nicht zuletzt deswegen versucht man immer mehr, auch psychologische Faktoren bei der Behandlung von übergewichtigen Menschen zu berücksichtigen. Der Kurs widmet sich neben der Erarbeitung der individuellen Entstehungsbedingungen des negativen Körperbildes dem Aufdecken und Verändern negativer Gedanken in Bezug auf den Körper (z.B. "Der Wert meiner Person hängtvon meinem Gewicht ab.").

Einen weiteren Schwerpunkt der Gruppe bildet die Körperkonfrontation per Spiegel und Video. Sie dient dem Abbau der negativen Gefühle und Einstellungen dem eigenen Körper gegenüber. Die Übungen unterstützen die Teilnehmerinnen außerdem darin, auch positive Aspekte ihres Körpers zu entdecken. Letzter Schritt ist die Übertragung des "neuen"Körpergefühls in den Alltag durch den Abbau des Vermeidungsverhaltens und den Aufbau regelmäßiger positiver körperbezogener Aktivitäten. So sollen die Teilnehmerinnen positive Erfahrungen mit ihrem Körper machen und sich wieder mit ihm anfreunden. (idw)


Weitere Informationen:
Dipl. Psych. Dorothea Trojca
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Psychologie - Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie,
E-Mail: [mail]dorothea.trojca@kli.psy.ruhr-uni-bochum.de[/mail](Ruhr-Universität Bochum)


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