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Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität)

Etwa in jeder 100. Bis 200. Schwangerschaft setzt sich die befruchtete Eizelle ausserhalb der Gebärmutter fest. Derartige extrauterine Schwangerschaften scheinen in letzter Zeit häufiger zu werden, so ist die Zahl der Fälle in den USA seit den 70er Jahren um das Dreifache gestiegen, jedoch ist trotz dieser steigenden Zahl der Fälle die Sterblichkeit stetig zurückgegangen. Man nimmt verschieden Gründe für diese Zunahme an. Durch den technischen Fortschritt werden Extrauteringravitäten heute früher und häufiger entdeckt.

Eine Schwangerschaft ausserhalb der Gebärmutter stellt ein ernste Bedrohung für Gesundheit, Leben und Fruchtbarkeit einer Frau dar und sollte so früh wie möglich erkannt werden.

Bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft nistet sich das befruchtete Ei nach Wanderung durch den Eileiter in der Gebährmutterhöhle ein. Im Falle einer extrautinären Schwangerschaft, zu denen die Bauchhöhlenschwangerschaft zählt, entwickelt sich die Frucht ausserhalb der Gebärmutter ein.Dafür gibt es verschiedenen Gründe:

Grund I
Behinderung der Ausschüttung des Eies aus dem Eierstock

Grund II
Verzögerung der Eiwanderung im Eileiter

Grund III
Eine Verlängerung des Weges, die verschiedene Ursachen haben kann, wie z.B. Verwachsungen nach früheren Entzündungen, Verkleben oder Zusammendrücken des Eileiters, Verkrampfungen der Eileitermuskulatur (Tubospasmen), abnorm lange Eileiter, Anwendung einer Spirale

Grund IV
Unterbindung (Tubenligatur) in den letzten 1 bis 2 Jahren

Grund V
Vorausgegangene Durchführung chirurgischer Maßnahmen an den Eileitern, um diese nach einer Sterilisation wieder durchgängig zu machen

Grund VI
Schwangerschaft nach dem erfolglosen Einsatz der “Pille danach”

Grund VII
Kontakt mit Diethylstilbestrol, das die Eileiter schädigen kann

Grund VIII
Mehrfache Schwangerschaftsabbrüche

Grund IX
Je nachdem wo sich das Ei einnistet, spricht man von einer Eileiterschwangerschaft (Tubargravidität), Eierstockschwangerschaft (Ovarialgravidität) oder Bauchhöhlenschwangerschaft (Abdominalgravidität).

Bei einer Bauchhöhlenschwangerschaft sind die Symptome sehr unterschiedlich und uncharakteristisch, da die Raumbegrenzung fehlt. Einige dieser Schwangerschaften wurden sogar ausgetragen und per Kaiserschnitt entbunden. Treten Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Ohnmacht auf, was auf einen stärkeren Blutverlust hinweist, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Oft sind es Symptome wie Unterleibsschmerzen in Verbindung mit leichten Schmierblutungen nach ausbleibender Monatsblutung, die auf eine extrautinäre Schwangerschaft deuten. Die Gebärmuttergrösse entspricht nicht dem Gestationsalter (Schwangerschaftsdauer). Auch ein Verschiebeschmerz im Bereich des Gebärmutterhalses und Schmerzempfindlichkeit des Douglas-Raumes sind als Warnsymptome zu sehen. In vielen Fällen ist ein Urin-Schwangerschaftstest und der serologische HCG-Test positiv. Findet der Arzt dann bei einer Ultraschalluntersuchung einen “leeren” Uterus, legt dies zusammen mit dem posotiven HCG-Test eine extrauterine Schwangerschaft nahe. Zur Sicherung der Diagnose wird nun häufig eine Laparoskopie durchgeführt, die bei entsprechendem Befund auch ein therapeutisches Vorgehen ermöglicht.

Bei einer Extrauterin-Gravidität kann es zur Schädigung von Eierstock und Eileiter kommen. Besonders gefährlich sind in diesem Zusammenhang grössere Blutverluste in den Bauchraum.

Weisen die Ergebnisse der Voruntersuchungen auf eine Schwangerschaft hin, die sich nicht in der Gebärmutter sondern innerhalb der Bauchhöhle befindet hin, muss dies behandelt werden, denn es besteht die Gefahr lebensgefährlicher innerer Blutungen. Es ist nicht möglich, die Schwangerschaft zu erhalten. Es gibt Behandlungen mit Operation oder Medikamenten.

Bei einer Bauchspiegelung oder Laparoskopie/Pelviskopie wird ein optisches Instrument mit Mini-Kamera durch einen 0,5 – 1 cm langen Schnitt in den Bauchraum eingeführt. Über zusätzliche Schnitte können weitere Führungsrohre für spezielle Operationsinstrumente eingebracht werden. Der Operateur hat über einen Bildschirm Sicht auf das Operationsfeld.

Eine Eröffnung des Bauchraumes durch einen grösseren Schnitt (Bikinischnitt) ist vor allem dann notwendig, wenn es bei der Bauchspiegelung zu Schwierigkeiten kommt, bei unvorhergesehenen Befunden oder starken Blutungen in die Bauchhöhle.

Befindet sich die Schwangerschaft in einem frühen Stadium, in dem noch kein Blut in die Bauchhöhle eingetreten ist und noch keine wesentlichen Beschwerden bestehen, kann ein Operation unter bestimmten Umständen vermieden und die Bauchhöhlenschwangerschaft medikamentös behandelt werden. Bei dieser Art der Behandlung wird das Medikament Methotrexat als Injektion oder Tablettenform verabreicht. Das Zellwachstum wird gehemmt und die Schwangerschaft dadurch beendet. Zur Überprüfung des Erfolgs muss das Schwangerschaftshormon HCG im Blut regelmässig überprüft werden. Ist diese Behandlungsform nicht erfolgreich oder kommt es zu inneren Blutungen, so muss doch operiert werden.

Spezielle Risiken der Operation sind Verletzung oder Schädigungen von Nachbarorganen (Blase, Harnleiter, Darm), Blutgefässen oder Nerven sowie schwere Blutungen, vor allem beim Versuch des organerhaltenden Operierens.


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