Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich im Gebärmutterhals (Zervix), der sich zwischen Vagina und Uterus befindet und stellt die zweithäufigste Krebserkrankung bei Frauen weltweit, rund 500.000 neue Fälle von Gebärmutterhalskrebs werden jährlich diagnostiziert. Allein in Europa sind es 60.000 neue Krankheits- und knapp 30.000 Todesfälle jährlich. Gebärmutterhalskrebs betrifft am häufigsten Frauen zwischen 40 und 55 Jahren.

Heutzutage weiß man bereits sehr viel über Gebärmutterhalskrebs. Es konnte nachgewiesen werden, dass das humane Papillomavirus (HPV) ein notwendiger Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs ist. Das bedeutet, Gebärmutterhalskrebs kann nicht entstehen, ohne dass eine Infektion mit bestimmte Typen von humanen Papillomviren vorhanden ist. Meist heilen solcher Infektionen jedoch spontan von selbst aus und verursachen keine Probleme. Nur in seltenen Fällen ist die Infektion langanhaltend und führt möglicherweise zu Gebärmutterhalskrebs. Warum nur einige wenige Infektionen progredieren, ist noch unklar.

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich langsam über 10 bis 15 Jahre nach der Initialinfektion mit HPV, wobei diese während des gesamten Zeitraums persistent sein muss. Das Virus kann dann Zellveränderungen im Gebärmutterhals verursachen. Zunächst sind diese Veränderungen noch nicht von Bedeutung, können sich aber mit der Zeit ausbreiten und letztlich vielleicht sogar Krebszellen erzeugen.

Vom Beginn der HPV-Infektion bis zur Ausbildung von Krebs durchlaufen die zervikalen Zellen verschiedene Vorstufen, die man durch einen PAP-Test identifizieren kann. Der Prozess kann jeder Zeit gestoppt werden, wenn das Immunsystem die Virusinfektion doch noch abwehrt. Alle Veränderungen bilden sich von selbst zurück und der Pap-Abstrich zeigt wieder ein normales
Ergebnis.

HPV ist ein weit verbreitetes Virus, die meisten Menschen hatten im Laufe ihres Lebens bereits eine HPV-Infektion. HPV wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr übertragen und die Infektion kann inzwischen als normale Konsequenz sexueller Aktivität angesehen werden. Eine HPV-Infektion kann im gesamten Genitalbereich vorliegen, weshalb Kondome auch keinen umfassenden Schutz bieten. Trotzdem sollten Kondome verwendet werden, da sie das Risiko einer HPV-Infektion reduzieren.

HPV wurde als notwendiger Risikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs identifiziert. Deshalb sind Tests auf HPV-Präsenz ein wertvolles Früherkennungsinstrument von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen über 30 Jahren.

HPV und Impfung
Aufgrund des viralen Ursprunsg von Gebärmutterhalskrebs kommt die Möglichkeit einer Impfung zur Verhinderung einer Erstinfektion oder zur Immuntherapie bei langanhaltenden Infektionen in Betracht. Momentan wird intensiv an der Entwicklung von HPV Impfstoffen geforscht.

Erste Studienergebnisse für die prophylaktische Impfung sind vielversprechend. Sollten sie sich in künftigen klinischen Studien bestätigen, könnte die Hoffnung, mit einer umfassenden Impfung der Bevölkerung den Gebärmutterhalskrebs zu besiegen, schon bald Realität werden.

Die Resultate der klinischen Studien zur immuntherapeutischen Impfung waren jedoch bislang nicht überzeugend. Bislang zeigen die Forschungsergebnisse, dass die Impfung vorgenommen werden muss, bevor ein erster Kontakt mit dem Virus vorliegt, um effektiv zu sein. In den meisten europäischen Ländern könnte dies jedoch nur zuverlässig erreicht werden, wenn eine Impfung bereits bei Jugendlichen stattfindet, also im Alter von ca. 11 oder 12 Jahren. Eine prophylaktische Impfung würde daher keinen Schutz für Erwachsene, die bereits mit HPV in Kontakt gekommen sind, gewährleisten.

Das bedeutet, dass die Früherkennung weiterhin den besten Schutz gegen Gebärmutterhalskrebs für erwachsene Frauen bietet. Erst die nächsten Generationen der Kinder oder Enkel können möglicherweise geimpft werden und brauchen dann keine Früherkennung mehr.

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich erst über viele Jahre hinweg und durchläuft dabei verschiedene Vorstufen, die durch eine einfache Früherkennungsuntersuchung erkannt werden können.

Nahezu alle Gebämutterhalskrebserkrankungen können verhindert werden, wenn sie durch Früherkennungsuntersuchungen im frühen Stadium erkannt werden. Diese frühen Stadien können normalerweise unkompliziert und erfolgreich behandelt werden. Durch die Kombination von Früherkennung und früher Behandlung, wurde in den Industrieländern während der letzten 50 Jahre ein starker Rückgang an Todesfällen durch Gebärmutterhalskrebs erreicht.

Zur effektiven Gebärmutterhalskrebsprävention benötigt man Früherkennungsprogramme, die mit der Behandlung von Zellveränderungen einher gehen, sie muß die aufklärerische Komponente stark betonen, um die Aufmerksamkeit der Frauen vermehrt auf die Krankheit und auf die Vorteile der Früherkennung zu richten.

Früherkennungsmethoden

Der PAP-Test (zervikaler Abstrich)
Die erste und primäre Früherkennungsmethode für Gebärmutterhalskrebs, der zervikale Abstrich, basiert auf der mikroskopischen Untersuchung eines zervikalen Zellabstrichs. Diese Methode ermöglicht den Nachweis von Zellveränderungen, die sich zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln können. Der Einsatz des PAP-Tests hat zu einem signifikanten Rückgang von Gebärmutterhalskrebserkrankungen geführt, wo immer diese Früherkennungsmethode effektiv eingeführt wurde.

HPV Tests
HPV-Tests sind momentan Gegenstand diverser klinischer Studien in verschiedenen europäischen Ländern. Sollten die Ergebnisse dieser Studien den Nutzen des Test bestätigen, könnte der HPV-Test in die Früherkennungsprogramme integriert werden. Bis dahin bietet der PAP-Abstrich jedoch den bestmöglichen Schutz vor Gebärmutterhalskrebs.

Ein abnormer Pap-Befund kann bedeuten, dass Sie ein erhöhtes Risiko haben, Gebärmutterhalskrebs zu entwickeln – aber eine effektive Folgeuntersuchung kann dieses Risiko minimieren. Zellveränderungen verschwinden meist von selbst, so dass keine Behandlung nötig ist. Bleiben sie jedoch über längere Zeit hinweg bestehen oder werden noch hochgradiger, wird der Arzt zu einer genaueren Untersuchung des Gebärmutterhalses, einer Kolposkopie, raten, um festzustellen, ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht.

Werden während der Kolposkopie Zellveränderungen am Gebärmutterhals festgestellt, kann der Arzt möglicherweise eine kleine Gewebeprobe (Biopsie oder endozervikale Kürettage) entnehmen. Mit Hilfe der Ergebnisse dieser Biopsie oder Kürettage kann dann eine genauere Diagnoses gestellt werden.

Werden persistente, andauernde, abnorme Zellveränderungen diagnostiziert, sollten die betroffenen Zellen entfernt werden. So kann eine weitere Ausbreitung verhindert werden. Frühzeitige Behandlungen haben keine negativen Auswirkungen auf eventuelle Kinderwünsche. Je früher mit der Behandlung begonnnen wird, umso erfolgreicher ist sie.

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die je nach Fall ausgewählt werden müssen und alle sehr effektiv sind:


          Nach einer Laser- oder Hochfrequenzschlingenbehandlung kann es 3-4 Wochen zu Blutungen und Ausfluss kommen.

          In der Regel ist die Behandlung erfolgreich, so dass die meisten Frauen danach keine Probleme mehr haben. Einige wenigen Frauen haben nach der Behandlung erneut auffällige Pap-Abstrichbefunde, welche eine weitere Behandlung erfordern. Deshalb sind weiterhin regelmäßige Vorsorgeuntersuchung notwendig und gegebenenfalls auch einen weitere Kolposkopie.


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