Impotenz (erektile Dysfunktion)

Die mangelnde Versteifungsfähigkeit des Penis, bzw. die ungenügende Dauer der Versteifung, wird als Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion, ED) bezeichnet. In Deutschland leiden schätzungsweise drei bis vier Millionen Männer an Impotenz. Eine über mehrere Monate andauernde Erektionsstörung, die einen partnerschaftlichen Verkehr unmöglich macht, ist eine Krankheit und kann als isolierte Erkrankung oder als Folge einer anderen Gesundheitsstörung, z.B. eines Diabetes mellitus, Bluthochdrucks oder als Alterserscheinung auftreten. Bei Verdacht auf einen Gefäßschaden gibt der schmerzfreie Schwellkörper-Injektionstest weiteren Aufschluss.

Durch eine ebenfalls schmerzlose Ultraschall-Untersuchung (Penisdopplersonographie) kann der Arzt Aussagen zum Blutein- und -ausstrom und zur Beschaffenheit der Blutgefäße machen. Die Kontrastmitteldarstellung der Schwellkörper (Cavernosographie und -manometrie) ist schmerzhaft und nicht ungefährlich. Sie sollte deshalb nur in besonderen Fällen angewendet werden.

Eine Erektionsstörung kann Folge einer bislang unentdeckten, schwerwiegenden Erkrankung sein, daher sollte vor einer Behandlung unbedingt immer eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Zur Behandlung einer Erektionsstörung stehen heute sehr viele moderne Alternativen zur Verfügung. Welche davon für den einzelnen Patienten in Frage kommt, muss individuell entschieden werden. Verhaltens- und Gesprächstherapie, Sexualberatung und -aufklärung sind zu empfehlen. Selbst wenn rein organische Gründe vorliegen, leiden viele Männer an Ängsten, Veränderungen in der Partnerschaft und ihrem psychosozialen Umfeld.

Tabletten sind die unkomplizierteste Art die Impotenz zu behandeln, jedoch nicht für alle Männer geeignet. Bestimmte Herzerkrankungen, Blutdrucksenker oder Nitrate sprechen gegen ein Behandlung mit Potenztabletten. Es könnte sonst zu starkem Blutdruckabfall bis hin zum Kollaps und Tod kommen. Viele Patienten mit Erektionsstörungen leiden an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, daher muß das persönliche Risiko mit dem Arzt geklärt werden.

Den Patienten, für die Tabletten aus den genannten Gründen nicht geeignet sind, können die Schwellkörper-Injektionstherapie (SKAT) und Transurethale Applikation (MUSE) helfen. Auch ohne Erregungsimpuls steigern sie die Erektionsfähigkeit. Dies wird möglich durch Prostaglandine. Sie erweitern die Penisblutgefäßen.

Eine gefürchtete, aber seltene Komplikation der SKAT ist die Dauererektion. Betroffene müssen sofort einen Arzt aufsuchen und sich ein Gegenmittel injizieren lassen. Auch eine Vakuumpumpe kann helfen. In ihr entsteht bei der Anwendung ein Unterdruck, der dem Blut hilft, in die Schwellkörper zu fließen. Diese Methode ist dann indiziert, wenn andere Methoden erfolglos waren oder zu gefährlich sind.
Was die operative Maßnahmen angeht, stehen die Venenligatur und arterielle Gefäßverbindungen zur Verfügung. Sie sind wenig erfolgreich und sollten nur in Sonderfällen angewendet werden.

Penisprothesen als ein endgültiges Verfahren sollten nur implantiert werden, falls alle anderen Methoden versagt haben. Von einem kleinen Flüssigkeitsreservoir im Bauchraum aus wird Flüssigkeit in einen künstlichen Schwellkörper gepumpt und es kommt zu Vergrößerung, höherem Umfang und Versteifung des Penis.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass dank der intensiven Forschungen der letzten beiden Jahrzehnte die Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten von Erektionsstörungen deutlich zugenommen hat. Erektionsstörungen können heute oft gezielt behandelt werden, wozu die verschiedensten psychologischen, medikamentösen, apparativen und operativen Verfahren zur Verfügung stehen.


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