Multiple Sklerose

Therapie von Multipler Sklerose muss im Frühstadium einsetzen.
Axonale Schäden frühzeitig mit hochdosierter und hochfrequenter Interferon Beta-Therapie begegnen.


Multiple Sklerose (Encephalomyelitis disseminata) im Volksmund auch als MS bekannt, ist eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, d. h. des Gehirns und des Rückenmarks. Sie verläuft chronisch, meist in Schüben und zeigt bei jedem Erkrankten äußerst unterschiedliche Symptome. MS ist eine Autoimmunerkrankungen, die bereits Jahre vor dem ersten Krankheitsschub entsteht. In Deutschland gibt es nach Schätzungen ungefähr 120 000 MS-Kranke. Meist tritt MS erstmals im Alter von 25 bis 40 Jahren auf. Rund fünf Prozent der Patienten bekommen MS aber bereits im Kindes- oder Jugendalter.

Nach neuen Erkenntnissen sollte eine Therapie bei Multipler Sklerose bereits vor dem ersten Schub erfolgen. Zwischen den ersten Symptomen der Erkrankung und dem Beginn der Therapie vergeht bei mehr als 50 % der Patienten mindestens ein Jahr. Das ergab eine Online Befragung von über 430 Patienten. Bei über 27 % der Patienten vergeht ein Jahr und mehr bis eine Diagnose gestellt wird.



Bei der Multiplen Sklerose handelt es sich um einen schleichenden Krankheitsverlauf mit unterschiedlichen Symptomen. Eine Problematik der MS Diagnosefindung liegt in der Vielfalt der unterschiedlich auftretenden Symptome. In der Regel suchen die Patienten mehrere Ärzte auf, bevor bei Ihnen die Diagnose MS gestellt wird. Früher stand den Ärzten keine effiziente Therapie der Multiple Sklerose Erkrankten zur Verfügung. Heute weiß man auf Grund intensiver Studien, dass der Therapiebeginn einsetzen sollte, bevor der erste Krankheitsschub beginnt. Es gilt schon in dieser ersten Phase die Entzündungsherde zu unterdrücken.

Bereits zu Beginn der Erkrankung geschieht wesentlich mehr als der Patient selbst bemerkt. Durch Entzündungsschübe gehen Axone verloren. Die Ursachen für die Behinderungen bei MS Patienten werden bereits am Anfang der Erkrankung gelegt. Neue Erkenntnisse haben ergeben, dass Reparaturen erfolgen, jedoch die Schäden, das heißt Narbenbildungen an den Nerven, zurück bleiben. Die Leitungsfähigkeit der Nervenzellen wird nicht komplett hergestellt, die Reparatur ist somit nur inkomplett. Damit kommt es zu kompletten Schädigungen von inneren Nerven. Ein irreversibler Verlust der Nerven (Absterben der Nerven) und somit von Körperfunktionen sind die Folge.


Symptome bei MS Patienten
  • Gefühlsstörungen
  • Sehstörungen
  • Schwindel
  • Gehstörungen
  • Blasenstörungen
  • Störungen der Leistungsfähigkeit
  • Störungen der Sexualfunktion
  • Müdigkeit

Je länger die Zeit zwischen den ersten Nerven-Entzündungen und dem Therapiebeginn ist, desto größer sind die Konsequenzen für den Patienten. Ziel der modernen MS Therapie ist es, eine Verhinderung des axonalen Verlustes zu erzielen. Dies muss bereits im Frühstadium bei den Neuerkrankten geschehen.


Wann soll mit der MS Therapie begonnen werden?
Hier heißt es, möglichst früh mit der Therapie von MS Patienten zu starten, da die Patienten noch weitaus mehr Alterungsreserven besitzen, als im späteren Krankheitsverlauf. Ziel ist es, zukünftige Behinderungen präventiv zu verhindern und einzuschränken. Nach dem ersten Krankheitsschub ist der Krankheitsverlauf bereits vorprogrammiert. Die Therapie sollte also beginnen, bevor der erste Krankheitsschub stattfindet. Therapie ist eine subkutane Verabreichung von höher dosiertem Interferon beta, das mehrfach wöchentlich gegeben wird. Als optimale Therapie werden 3 x 44 Mikrogramm empfohlen. Über dieses Dosis- Wirkungsprinzip kann heute optimal mit Interferon beta auf die Schubraten bei MS eingewirkt werden.


Quelle: Merck Serono

Studien haben gezeigt, dass ein deutlicher Effekt bei der Frühbehandlung mit der Interferon-Therapie darin besteht, dass signifikant weniger Krankheitsschübe aufgetreten sind. Das Schicksal der MS-Patienten kann somit deutlich verbessert werden. Durch den frühzeitigen Beginn mit einer hochdosierten und hochfrequenten Interferon beta-Therapie kann nun endlich der Schrecken vor der MS Erkrankung genommen werden. (Dr. Joachim Wolff 06/2007)

Weitere Informationen zum Thema Multiple Sklerose finden Sie auch unter
http://www.leben-mit-ms.de

Definition Axon:
Das Axon (Achse) ist der lange, faserartige Fortsatz einer Nervenzelle, der elektrische Nervenimpulse vom Zellkörper (Soma) wegleitet.



Pressekonferenz am 28. Juni 2007 in Frankfurt a.M.

Referenten:
Prof. Dr. Patrick Oschmann,
Krankenhaus Hohe Warte, Bayreuth

PD Dr. Sigbert Jahn,
Serono GmbH, ein Unternehmen der
Merck Serono S.A., München





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