Morbus Crohn: innovatives Biologikum (anti-TNF) eröffnen neue Möglichkeiten in der Therapie
Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Darmes, die vorwiegend junge Erwachsene betrifft und in der Regel zu einer lebenslangen Beeinträchtigung der Gesundheit führt. Schweres Leiden mit zum Teil entstellenden Komplikationen und erhöhte Mortalität sind Folgen der Erkrankung. Der Morbus Crohn gehört zur größeren Gruppe der "chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen", die in den letzten Jahren sehr häufig geworden sind - allein am Morbus Crohn sind in Deutschland schätzungsweise 150.000 Patienten erkrankt. Die genetischen Ursachen des Morbus Crohn sind gerade in den letzten Monaten im Fokus einer ganzen Reihe von Publikationen in "Nature" und "Science" gewesen. Hier wurden Ursachengene aufgedeckt, die zeigen, dass eine beeinträchtigte Handhabung von körpereigenen Bakterien wahrscheinlich krankheitsauslösend ist. Folge ist eine schwere Entzündungserkrankung des Darmes, die durch Botenstoffe wie TNF-alpha (Tumor-Nekrose-Faktor-alpha) gesteuert wird.
Im New England Journal of Medicine sind zwei Therapiestudien erschienen, die einen neuen Wirkstoff "Certolizumab Pegol" in den Mittelpunkt stellen. Dabei handelt es sich um einen zur Zulassung bei den Behörden eingereichten Antikörper gegen den Entzündungs- Botenstoff TNF-alpha. Im Gegensatz zu konventionellen (monoklonalen) Antikörpern konnte hier erstmals ein anti-TNF Molekül so "designed" werden, dass vom ursprünglichen Eiweiß nur noch die spezifisch für die therapeutische Wirkung notwendigen TNF-bindenden Anteile übrig geblieben sind. Dieses dann sehr kleine Protein wurde durch Verzuckerung (PEGylierung) stabilisiert und als subcutan zu verabreichendes Medikament weiterentwickelt.
Die Arbeiten im New England Journal of Medicine, die die beiden sehr erfolgreichen Phase-3 Studien in der klinischen Entwicklung der Substanz als neue Therapie des Morbus Crohns zeigen, werden in der
heute erscheinenden Ausgabe dieses renommierten medizinischen Fachjournals veröffentlicht. Sie stellen die Ergebnisse der beiden zulassungsrelevanten Studien vor, die dokumentieren, dass diese neue Form der Entzündungstherapie zu einem erheblichen therapeutischen Erfolg bei Morbus Crohn führt.
Klinische Forschung wird in vielen Feldern aus den Vereinigten Staaten dominiert. Daher bestehen erhebliche Initiativen, wie z. B. auch das Kompetenznetzprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, um klinische Forschung in Deutschland zu stärken. Dieses ist wichtig, um Therapien so zu entwickeln, dass sie unserem Medizinverständnis entsprechend helfen, Patienten im europäischen
Kulturrahmen optimal zu behandeln. Daher sind diese Studien neben ihrer wissenschaftlichen Qualität, die durch die Veröffentlichung im New England Journal of Medicine dokumentiert wird, auch gesundheits- politisch bemerkenswert. Es handelt sich hier gleichsam um ein erfolgreiches Ergebnis europäischer Wissenschaft: Durch eine beispielhafte Kooperation universitärer Forschung unter deutscher Studienleitung (in wesentlichen Teilen aus Schleswig-Holstein organisiert) und eines europäischen biopharmazeutischen Unternehmens (UCB, Brüssel) konnte die Substanz ganz wesentlich klinisch weiter entwickelt werden. (ots)
Im New England Journal of Medicine sind zwei Therapiestudien erschienen, die einen neuen Wirkstoff "Certolizumab Pegol" in den Mittelpunkt stellen. Dabei handelt es sich um einen zur Zulassung bei den Behörden eingereichten Antikörper gegen den Entzündungs- Botenstoff TNF-alpha. Im Gegensatz zu konventionellen (monoklonalen) Antikörpern konnte hier erstmals ein anti-TNF Molekül so "designed" werden, dass vom ursprünglichen Eiweiß nur noch die spezifisch für die therapeutische Wirkung notwendigen TNF-bindenden Anteile übrig geblieben sind. Dieses dann sehr kleine Protein wurde durch Verzuckerung (PEGylierung) stabilisiert und als subcutan zu verabreichendes Medikament weiterentwickelt.
Die Arbeiten im New England Journal of Medicine, die die beiden sehr erfolgreichen Phase-3 Studien in der klinischen Entwicklung der Substanz als neue Therapie des Morbus Crohns zeigen, werden in der
heute erscheinenden Ausgabe dieses renommierten medizinischen Fachjournals veröffentlicht. Sie stellen die Ergebnisse der beiden zulassungsrelevanten Studien vor, die dokumentieren, dass diese neue Form der Entzündungstherapie zu einem erheblichen therapeutischen Erfolg bei Morbus Crohn führt.
Klinische Forschung wird in vielen Feldern aus den Vereinigten Staaten dominiert. Daher bestehen erhebliche Initiativen, wie z. B. auch das Kompetenznetzprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, um klinische Forschung in Deutschland zu stärken. Dieses ist wichtig, um Therapien so zu entwickeln, dass sie unserem Medizinverständnis entsprechend helfen, Patienten im europäischen
Kulturrahmen optimal zu behandeln. Daher sind diese Studien neben ihrer wissenschaftlichen Qualität, die durch die Veröffentlichung im New England Journal of Medicine dokumentiert wird, auch gesundheits- politisch bemerkenswert. Es handelt sich hier gleichsam um ein erfolgreiches Ergebnis europäischer Wissenschaft: Durch eine beispielhafte Kooperation universitärer Forschung unter deutscher Studienleitung (in wesentlichen Teilen aus Schleswig-Holstein organisiert) und eines europäischen biopharmazeutischen Unternehmens (UCB, Brüssel) konnte die Substanz ganz wesentlich klinisch weiter entwickelt werden. (ots)
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