Osteoporose - Kampf dem Knochenschwund

Die umgangssprachlich oft als „Knochenschwund“ bezeichnete Osteoporose gehört zu den weltweit häufigsten Erkrankungen. Auch um Deutschland macht diese „Funktionsstörung des Knochenstoffwechsels“, die sowohl einen Verlust an Knochenmasse als auch eine mangelnde Knochenfestigkeit verursacht, keinen Bogen.

Steckbrief einer Volkskrankheit
Einer umfangreichen Untersuchung zufolge leiden hierzulande knapp acht Millionen Menschen an der Osteoporose. Je älter man ist, desto größer ist das Risiko:



Frauen sind bekanntlich stärker gefährdet als Männer. Gesunde Knochen zeigen ein sehr diffizil konstruiertes „Gerüst“ aus vielen kleinen Verstrebungen, den so genannten Trabekeln. Bei Frauen in den Wechseljahren vermindert sich die Trabekelzahl – vor allem durch hormonelle Umstellungen bedingt – pro Jahr um 14 Prozent. Im Alter über 50 Jahren ist daher bereits jede fünfte Frau an der Osteoporose erkrankt. In der zweiten Lebenshälfte verliert jeder Mensch allmählich an Knochensubstanz. Schreitet dieser Prozess jedoch krankhaft schnell voran, ist bald eine kritische Bruchgrenze erreicht. Die empfindlichen und kompliziert gebauten Wirbelknochen sind besonders betroffen. Statistisch gesehen kommt es europaweit alle drei Minuten zu einem osteoporosebedingten Wirbelbruch. Aber auch die Hüft- oder Unterarmknochen verlieren ihre Festigkeit und können dann selbst bei der geringsten Belastung brechen.

Wo liegen die Ursachen?
Osteoporotische Veränderungen werden durch zahlreiche Faktoren begünstigt. Wer sich kalziumarm ernährt, erhöht die Gefahr, eine Osteoporose zu bekommen, weil er den Knochen um seinen wichtigsten Baustoff bringt. Stetiger Koffein-Konsum entzieht dem Knochen zusätzlich Kalzium. Zu erwähnen wären noch die „Kalziumräuber“ Kochsalz und Alkohol. Einer der größten „Knochenfeinde“ ist jedoch das Nikotin. Das Gift verengt die Adern und gefährdet dadurch die Versorgung des Knochens mit Nährstoffen und Sauerstoff.

Damit Kalzium vom Organismus überhaupt in die Knochensubstanz eingebaut werden kann, benötigt es einen Helfer, das Vitamin D. Letzteres ist nicht nur für die effektive Kalziumaufnahme entscheidend, es bremst auch dessen Ausscheidung und ist für die Einlagerung dieses wertvollen Baustoffs in die „Knochenmatrix“ verantwortlich.

Was Experten empfehlen
Eine Kalzium- und Vitamin D-reiche Ernährung fördert die Knochenfestigkeit. Internationale Gremien empfehlen daher, täglich 1.200 bis 1.500 Milligramm Kalzium mit der Nahrung aufzunehmen und täglich eine halbe Stunde in der Sonne zu liegen, um die Vitamin D-Produktion in der Haut anzukurbeln. Alternativ dazu können 400 bis 1.200 IE (IE= internationale Einheiten) dieses lebenswichtigen Vitamins eingenommen werden.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
Leider klafft zwischen Wunsch und Wirklichkeit gerade hier eine große Lücke. Die Kalziumaufnahme lässt hierzulande sehr zu wünschen übrig. Gerade einmal die Hälfte des Empfohlenen nehmen ältere Frauen täglich mit der Nahrung zu sich. Erschwerend macht sich darüber hinaus bemerkbar, dass die Aufnahmefähigkeit des menschlichen Organismus mit zunehmendem Lebensalter abnimmt. Ein 75-Jähriger hat eine um 28 Prozent geringere Kalziumaufnahme als ein 40-Jähriger. Um die Vitamin D-Versorgung ist es nicht besser bestellt. Die Synthese-Leistung der Haut ist im Alter wegen der geringeren Sonnenexposition einerseits und der eingeschränkten Hautfunktion andererseits stark verringert. Die Folge ist ein niedrigerer Vitamin D-Spiegel im Blut, der ohnehin schnell absinkt, wenn kein „Nachschub“ erfolgt:

Osteoporose muss kein Schicksal sein
Osteoporose muss heutzutage kein Schicksal mehr sein. Glücklicherweise kann jedermann etwas für seine Knochengesundheit tun und das Osteoporose-Risiko mit einer ausreichenden Kalzium- und Vitamin D-Versorgung minimieren. Zudem gibt es inzwischen wirksame Medikamente, mit denen sich die osteoporosebedingten Folgeschäden erfolgreich in Schach halten lassen. Die Gabe von Kalzium und Vitamin D gehört ebenso dazu wie die Einnahme so genannter Bisphosphonate, die den Knochenabbau hemmen und den übermäßigen Knochenverlust nach den Wechseljahren einschränken. Für Osteoporosepatienten gibt es neuerdings sogar kombinierte „Komplett-Pakete“, die alle drei Wirkstoffe in sich vereinen und deren spezielle Einnahme-Besonderheiten durch eine so genannte raffinierte „intelligente Verpackung“ berücksichtigen. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie Näheres darüber wissen wollen. (MEDIZIN ASPEKTE, W. Schmidt, 10/07)

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