Diabetes bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland auf dem Vormarsch - Fine Star für innovative Kinderdiabetes-Projekte
Bayer-Preis würdigt innovative Kinderdiabetes-Projekte - Mobile Diabetes Schulung Schleswig-Holstein auf Platz eins, gefolgt von Jugendlichen-Projekt des Altonaer Kinderkrankenhauses und Elterninitiative „Zuckerstachel e.V.“ - Ausschreibung des mit insgesamt 17.500 Euro dotierten „Fine Star“ auch in 2009 geplant
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei jungen Menschen. Weltweit haben derzeit etwa 200.000 Kinder und Jugendliche Typ-1-Diabetes. Um ihren Körper mit Insulin zu versorgen, müssen sie sich das lebenswichtige Hormon mehrmals täglich selber spritzen. Besonders alarmierend: In Deutschland steigt die Zahl der Neuerkrankungen um jährlich drei bis vier Prozent.
Zeitbombe Diabetes
Immer mehr juneg Menschen leiden unter Diabetes. Dank des Diabetesregisters können in Deutschland Studien über die Erkrankung im Kindes- und Jugendalter erhoben werden. Kinder mit Diabetes brauchen besondere Unterstützung denn bei keiner Patientengruppe sind die Therapieanforderungen so individuell und die psychischen und sozialen Auswirkungen der lebenslangen Erkrankung so vielschichtig. Nur ca. 90 kinderdiabetologische Zentren stehen bundesweit für die Betreuung der hierzulande 25.000 betroffenen Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren zur Verfügung. Vielerorts kann eine alters- und fachspezifische Betreuung deshalb nicht gewährleistet werden. Doch auch Kreativität und Eigeninitiative können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Versorgungslücken zu schließen und zuckerkranken Kindern das Leben mit ihrer Krankheit zu erleichtern.
Fine - Giraffen-Maskottchen sorgt für mehr Aufklärung bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes
Das beweisen die vielen außergewöhnlichen Bewerbungen zum „Fine Star“, einem Preis, den Bayer Diabetes Care, die Division der Bayer Vital GmbH in Deutschland, in diesem Jahr erstmalig in Kooperation mit dem „Diabetes Eltern Journal“ ausgeschrieben hat. Der mit insgesamt 17.500 Euro dotierte „Fine Star“ soll Menschen, Initiativen und Ideen auszeichnen, die sich in besonders kreativer Weise mit dem Thema Kinderdiabetes auseinandersetzen. Namensgeberin und Patin für die Auszeichnung ist das Bayer Diabetes Care Maskottchen „Fine“ (gesprochen: Fiene) – eine kleine Giraffe mit großem Auftrag. Fine steht für den selbstbewussten Umgang mit der Diagnose Diabetes bei Kindern; durch Aufklärung und Unterstützung soll sie dazu beitragen, den Alltag junger Patienten zu erleichtern.

Auch in 2009 werden wieder neue Konzepte, Aktionen oder Initiativen gesucht. Helfen Sie mit, Kindern und Jugendlichen das Thema Diabetes durch innovative Aktionen näher zu bringen und bewerben Sie sich. Einsendeschluss ist der 01. August 2009!
And the winner is …
Insgesamt 56 Bewerbungen sichtete die Jury, deren Mitglieder Prof. Dr. Thomas Danne (Chefarzt Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover), der 13-jährige Typ-1-Diabetiker Nico Münch, Dr. Katrin Kraatz (Kirchheim Verlag), Geri Winkler (Extremsportler und Diabetiker) und Jörn Oldigs (Leiter Bayer Diabetes Care) waren. Die Wahl der Sieger fiel nicht leicht, doch nach intensiver Diskussion waren sich alle einig: Die „Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein“ (MDSH) erhält den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis. Das bis heute einzigartige Projekt einer mobilen Schulung ermöglicht eine chancengleiche Betreuung zuckerkranker Kinder in einem Bundesland – und zwar auch in den zuvor unterversorgten ländlichen Gebieten. Beladen mit Schulungsmaterialien fährt das MDSH-Team um Kinderdiabetologin Dr. Simone von Sengbusch kreuz und quer über Land, um Kinder mit Diabetes in wohnortnahen Einrichtungen zu betreuen und gleichzeitig auch das Klinikpersonal zu schulen.
Diabetes auf den richtigen Kurs bringen
Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 5.000 Euro belegt das Team um Dr. Michael Bentfeld und Ulrike Menzel vom Altonaer Kinderkrankenhaus. Sie haben vor fünf Jahren ein altersgerechtes Schulungskonzept für diabeteskranke Jugendliche aus der Taufe gehoben: An Bord eines Segelschiffes wird die aufgrund der Pubertät am schwersten zu motivierende Patientengruppe im Alter von 15 bis 18 Jahren auf ein erwachsenes, selbstbestimmtes Leben mit dem Diabetes vorbereitet.
Lernprogramm in den Ferien unter vielen jugendlichen Diabetespatienten lernt man gemeinsam mit der Krankheit umzugehen und mehr Lebensqualität zu erreichen
Dass schwierige äußere Umstände kein Grund sein müssen, sich von einer guten Idee abbringen zu lassen, beweist auch die Dresdner Elterninitiative „Zuckerstachel“ unter der Leitung von Ronald Kuhl und Petra Wahl. Seit über 30 Jahren ermöglichen sie diabeteskranken Kindern unbeschwerte Ferien in speziellen Schulungs- und Freizeitcamps. Obwohl dieses Engagement zu DDR-Zeiten und auch nach der Wende nicht immer einfach war, fanden Ronald Kuhl und Petra Wahl immer wieder neue Wege. Für ihren kontinuierlichen Einsatz werden sie mit dem 3. Preis des Fine Star und 2.500 Euro belohnt.
„Alle Projekte, die mit dem Fine Star ausgezeichnet wurden, haben das Ziel erreicht, mit Kreativität und Innovation die Lebensqualität diabeteskranker Kinder und Jugendlicher zu verbessern“, freut sich Jörn Oldigs, Leiter von Bayer Diabetes Care und Fine Star-Jurymitglied. „Aus sozialer und psychologischer Sicht können Initiativen, die im Umfeld der jungen Patienten entstehen, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Betroffenen und ihren Familien das Leben mit dem Diabetes zu erleichtern. Diese Engagements zu fördern ist eine Aufgabe, der sich Bayer mit der Auslobung des ‚Fine Star‘ auch in Zukunft stellen will.“
Die Sieger von Fine Star
Bis Nordfriesland fit in Sachen Diabetes
Innovatives Modell für wohnortnahe, altersgerechte Schulung und Versorgung diabeteskranker Kinder wird Sieger des Bayer-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte und gewinnt 10.000 Euro
Nur ein einziges Kinderdiabeteszentrum – und das ausgerechnet im dezentral gelegenen Lübeck – gab es bis 1999 im gesamten Flächenland Schleswig-Holstein. Für 500 damals betroffene Kinder und die jährlich rund 70 neu an Diabetes erkrankten jungen Patienten bedeutete das, entweder lange Fahrten oder eine nicht speziell auf Kinder abgestimmte Therapie in Kauf nehmen zu müssen. Kein Wunder also, dass die Diabetes-Arbeitsgruppe im Schleswig-Holsteiner Sozialministerium fieberhaft nach Wegen suchte, die Unterversorgung im Land zu beheben und allen betroffenen Kindern und ihren Familien eine wohnortnahe Betreuung und einen einheitlich hohen Therapiestandard zu ermöglichen.
Ein innovatives Versorgungsprojekt musste auf die Beine gestellt werden, das altersgerechte Schulungen auch in abgelegenen Gebieten des Landes gewährleistete. Dr. Simone von Sengbusch, Kinderärztin und Diabetologin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sollte es leiten. Unterstützt von der Diabetesberaterin Nicole Lunow nahm sie die Herausforderung an und hob ein Projekt aus der Wiege, das bis heute in Deutschland einzigartig ist: Die Mobile Diabetesschulung Schleswig Holstein (MDSH).
Unzählige Kilometer legen die beiden Expertinnen jedes Jahr in ihrem mit Schulungsmaterialien voll beladenen Privat-PKW zurück, um von Lübeck nach Flensburg , Heide, Itzehoe, Neumünster, Rendsburg und nach Kiel zu gelangen. 24 Schulungen pro Jahr führen sie an insgesamt acht Kliniken durch. Dabei galt es gerade am Anfang, viel Aufbauarbeit zu leisten, denn neben lokalen Schulungsterminen für Kinder und Beratungen für Eltern stand auch die Aus- und Weiterbildung des Klinikpersonals auf dem Programm.
Der Erfolg des Projektes ist der schönste Lohn für das MDSH-Team: Nach fast zehn Jahren intensiver Arbeit haben sich Versorgungsstruktur und Behandlungsstandard im ganzen Land deutlich verbessert – eine qualifizierte Therapie der Kinder ist inzwischen fast überall möglich.
Diese Leistung hat die Jury des Bayer-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte überzeugt: Die Mobile Diabetes Schulung Schleswig Holstein gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des „Fine Star“. „Dieses Versorgungsprojekt für diabeteskranke Kinder ist deutschlandweit einmalig“, lobt Prof. Dr. Thomas Danne, Mitglied der Fine Star Jury und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover das zweiköpfige Team. „Hier wurden neue Wege gegangen, um eine chancengleiche gute Versorgung diabeteskranker Kinder in einer zuvor unterversorgten Region zu sichern“, ergänzt Jörn Oldigs, Leiter Bayer Diabetes Care.
Der Arzt kommt zum Patienten
Auch der neunjährige Nis Ove gehört zu den von Dr. Simone von Sengbusch und Nicole Lunow betreuten Kindern. Vor anderthalb Jahren wurde bei dem Jungen Diabetes diagnostiziert - ein heftiger Einschnitt im Leben der Familie, die in einem kleinen Dorf in Nordfriesland, kurz vor der dänischen Grenze wohnt. Schon bald nach der Ersteinweisung tauchten im Alltag immer wieder Probleme auf, welche die Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie nötig machte. Aber der nächste in dieser Therapie erfahrene Kinderdiabetologe war gut 100 Kilometer entfernt und auf einen Schulungsplatz in einer Fachklinik hätte Nis Ove lange warten müssen. Die Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein“ (MDSH) konnte helfen: Für ihn und ein weiteres Kind kamen Dr. Simone von Sengbusch und Nicole Lunow in die nahe gelegene Kinderklinik Flensburg, um die Kinder vor Ort auf eine Insulinpumpe einzustellen und zu schulen. Nach einer Woche gingen Nis Ove und seine Eltern „glücklich und mit vielen neuen Informationen über Diabetes“ nach Hause, wo sie den Alltag seitdem leichter meistern und auch mit kritischen Situationen besser umgehen können .
Interdisziplinärer Austausch
Aber nicht nur für viele Familien, sondern auch für acht Kliniken im Land ist die Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein mittlerweile unentbehrlich geworden. Thomas Brinkmeier, Diabetologe am Westküstenklinikum Heide, setzte sich mit einer Nominierung für den Fine Star persönlich für die MDSH ein: „Da die meisten Kinderkliniken personell noch nicht in der Lage sind, eigenständig strukturierte Schulungen anzubieten und die MDSH eine feste Institution in der Diabetesversorgung bei Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein geworden ist, muss es unser Ziel sein, dieses Projekt zu unterstützen.“ Neben der fachlichen Beratung und Vermittlung von medizinischem Know-how sind Simone von Sengbusch und Nicole Lunow aber auch die menschlichen und sozialen Aspekte ihrer Arbeit wichtig.
Gemeinsame Erlebnisse mit Gleichaltrigen fördern
Für sie bedeutet ihre Arbeit auch die Stärkung des Selbstvertrauens chronisch kranker Kinder, die Förderung der Motivation und das Schaffen gemeinsamer Erlebnisse. Doch es ist nicht immer selbstverständlich, dass diabeteskranke Kinder all das erleben können, was einem gesunden, altersgleichen Kind möglich ist. Bereits die Teilnahme an einer Klassenfahrt ist für ein Schulkind mit Diabetes und seine Betreuer eine echte Herausforderung.
Wie für den zehnjährigen Jonas aus Wapelfeld im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nichts wünschte er sich mehr, als mit seinen Mitschülern auf Klassenfahrt zu gehen. Doch wie sollte das gehen? Eltern und Lehrer sorgten sich um die Gesundheit des Viertklässlers. Wer sollte ihm helfen, wenn es unerwartete Probleme wegen seines Diabetes gab? Konnte dem Lehrer die Verantwortung für ein chronisch krankes Kind zugemutet werden? Die rettende Idee kam von der MDSH: Sie schulte den Lehrer, der Jonas auf der Klassenfahrt betreuen sollte. Was er dabei über seinen Schüler und dessen Erkrankung lernte, gab ihm die nötige Kompetenz und Sicherheit, ihn bedenkenlos mitzunehmen. So konnte Jonas als eines von vielen Kindern eine ganz normale Klassenfahrt erleben. Jonas‘ Mutter ist begeistert: „Dank des Einsatzes von Schulungsteam und Lehrer konnte Jonas ohne ‚lästige Eltern‘ auf Klassenfahrt gehen. Das ist für uns Integration!“
Halsen, kochen und Blutzucker messen auf der „Sigandor“
5.000 Euro für Altonaer Kinderkrankenhaus / Bayer-Preis fördert innovatives Schulungsmodell für jugendliche Diabetiker
Anker lichten, Leinen los, Segel setzen und auf geht‘s zu einem Segeltörn der besonderen Art von Eckernförde die deutsche Ostseeküste entlang. Niemand würde beim Anblick der Mannschaft auf dem Traditionssegler Sigandor vermuten, dass es sich nicht um professionelle Matrosen, sondern um jugendliche Typ-1 Diabetiker bei einer Schulung handelt. Seit fünf Jahren veranstaltet das Altonaer Kinderkrankenhaus mit einem Team aus Ärzten und Fachleuten einwöchige Diabetesschulungen auf dem 36 Meter langen, bald 100 Jahre alten Segelschiff.
Das Projekt unter der Federführung von Dr. Michael Bentfeld, Oberarzt der Abteilung für Pädiatrie, wurde nun mit dem 2. Platz des von Bayer Vital vergebenen „Fine Star“-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte ausgezeichnet. Das Team um Michael Bentfeld, Ulrike Menzel, Rita Keller, Michaela Schlobohm und Birgit Schäfer kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen, mit dem sie zukünftig ähnliche Projekte auch für jüngere Kinder etablieren wollen. „Der Segeltörn hat uns überzeugt, weil gerade die Vorbereitung jugendlicher Diabetiker auf ein unabhängiges und eigenverantwortliches Leben mit der Erkrankung so wichtig ist“, begründet Prof. Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, die Entscheidung der Jury.
Schwer zu erreichende Patientengruppe
Schon die Rekrutierung der Mannschaft war keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen. „Jugendliche sind am schwierigsten für Schulungen zu motivieren“, weiß Kinderärztin und Diabetologin Ulrike Menzel, die gemeinsam mit der Diabetesberaterin Rita Keller und der Ökotrophologin Birgit Schäfer den diesjährigen Törn organisiert und begleitet hat. „Die meisten finden sich zu alt für Gruppenschulungen in einer Kinderklinik, fühlen sich aber auch unter erwachsenen Diabetikern noch fehl am Platz. Manche nehmen deswegen bis zu einem Alter von Mitte 20 keine Versorgungsleistungen in Anspruch, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen und das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich steigern kann.“
Auch die 16-jährige Denise hatte anfangs „keinen richtigen Bock“ mitzusegeln. „Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich hier mitmache – deswegen hatte ich erst gar keine Lust. Dann hat es aber echt Spaß gemacht.“ Auch andere Teilnehmer waren zu Beginn skeptisch. Doch als die Sigandor in Eckernförde ablegt, überwiegt bei der jungen Mannschaft die Neugier. Zunächst sitzen die 15- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen in gemütlicher Runde dick eingepackt an Deck und frösteln leicht. Das Wasser rauscht am Kiel vorbei, das Schiff schaukelt sanft. Doch der Schein trügt. Denn die Jugendlichen faulenzen nicht, sondern sie lauschen den Ausführungen von Diabetesberaterin Rita Keller.
In Gruppenübungen, Diskussionen und Gesprächsrunden vertiefen sie während des einwöchigen Törns ihr Wissen über Ernährung und das tägliche Management ihres Typ-1 Diabetes. Viele Fragen werden erstmalig in diesem Alter relevant: Was muss ich über Diabetes im Zusammenspiel mit Alkohol oder Nikotin wissen? Auch die wichtigen Themen Führerschein und Verhütung kommen während der Schulung zur Sprache. Im weiteren Verlauf der Reise lernen die jungen Segler, mit dem Diabetes auch unter erhöhter körperlicher Belastung umzugehen. Denn sie alle sind an Bord der Sigandor nicht bloß Passagiere auf Kreuzfahrt, sondern vor allem aktive Crewmitglieder.
Jeder arbeitet unter fachmännischer Anleitung von Skipper Rieke Boomgarden mit: Das Schiff muss auf Kurs und in Fahrt bleiben, Segel müssen gehisst, nachts muss Ankerwache gehalten werden. „Nebenher“ halten die Crewmitglieder den Blutzucker unter Kontrolle und erleben dabei eine Überraschung: „Da sie alle viel aktiver sind als im Alltag, können die Insulingaben deutlich zurückgenommen werden und sie erreichen tolle Blutzuckerwerte“, erklärt Ulrike Menzel.
Segel hissen und das Ruder selbst in die Hand nehmen
Doch die Jugendlichen nehmen nicht nur neue Erkenntnisse und die Erinnerung an einen spannenden Segeltörn mit nach Hause. „Die Erfolgserlebnisse, die unsere Jungmatrosen sammeln, machen sie auch selbstbewusster im Umgang mit der Erkrankung“, erklärt Ulrike Menzel die Intention der Veranstalter. „Viele haben ihre körperlichen Möglichkeiten vorher unterschätzt. Die Erkenntnis, auch unter erhöhten Belastungen als Diabetiker zu ‚funktionieren‘ ist äußerst wertvoll in diesem Alter.“ Im rauhen Klima der Ostsee haben die Jugendlichen auf der Sigandor eines ganz sicher gelernt: Den Diabetes richtig einzustellen, heißt die Segel zu hissen. Wenn Sie nun das Ruder selbst in die Hand nehmen, können sie den Diabetes beherrschen. (MEDIZIN ASPEKTE 11/2008)
Lesen Sie außerdem
Diabetes mellitus ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei jungen Menschen. Weltweit haben derzeit etwa 200.000 Kinder und Jugendliche Typ-1-Diabetes. Um ihren Körper mit Insulin zu versorgen, müssen sie sich das lebenswichtige Hormon mehrmals täglich selber spritzen. Besonders alarmierend: In Deutschland steigt die Zahl der Neuerkrankungen um jährlich drei bis vier Prozent.
Zeitbombe Diabetes
Immer mehr juneg Menschen leiden unter Diabetes. Dank des Diabetesregisters können in Deutschland Studien über die Erkrankung im Kindes- und Jugendalter erhoben werden. Kinder mit Diabetes brauchen besondere Unterstützung denn bei keiner Patientengruppe sind die Therapieanforderungen so individuell und die psychischen und sozialen Auswirkungen der lebenslangen Erkrankung so vielschichtig. Nur ca. 90 kinderdiabetologische Zentren stehen bundesweit für die Betreuung der hierzulande 25.000 betroffenen Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren zur Verfügung. Vielerorts kann eine alters- und fachspezifische Betreuung deshalb nicht gewährleistet werden. Doch auch Kreativität und Eigeninitiative können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Versorgungslücken zu schließen und zuckerkranken Kindern das Leben mit ihrer Krankheit zu erleichtern.
Fine - Giraffen-Maskottchen sorgt für mehr Aufklärung bei Kindern und Jugendlichen mit Diabetes
Das beweisen die vielen außergewöhnlichen Bewerbungen zum „Fine Star“, einem Preis, den Bayer Diabetes Care, die Division der Bayer Vital GmbH in Deutschland, in diesem Jahr erstmalig in Kooperation mit dem „Diabetes Eltern Journal“ ausgeschrieben hat. Der mit insgesamt 17.500 Euro dotierte „Fine Star“ soll Menschen, Initiativen und Ideen auszeichnen, die sich in besonders kreativer Weise mit dem Thema Kinderdiabetes auseinandersetzen. Namensgeberin und Patin für die Auszeichnung ist das Bayer Diabetes Care Maskottchen „Fine“ (gesprochen: Fiene) – eine kleine Giraffe mit großem Auftrag. Fine steht für den selbstbewussten Umgang mit der Diagnose Diabetes bei Kindern; durch Aufklärung und Unterstützung soll sie dazu beitragen, den Alltag junger Patienten zu erleichtern.

Auch in 2009 werden wieder neue Konzepte, Aktionen oder Initiativen gesucht. Helfen Sie mit, Kindern und Jugendlichen das Thema Diabetes durch innovative Aktionen näher zu bringen und bewerben Sie sich. Einsendeschluss ist der 01. August 2009!
And the winner is …
Insgesamt 56 Bewerbungen sichtete die Jury, deren Mitglieder Prof. Dr. Thomas Danne (Chefarzt Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover), der 13-jährige Typ-1-Diabetiker Nico Münch, Dr. Katrin Kraatz (Kirchheim Verlag), Geri Winkler (Extremsportler und Diabetiker) und Jörn Oldigs (Leiter Bayer Diabetes Care) waren. Die Wahl der Sieger fiel nicht leicht, doch nach intensiver Diskussion waren sich alle einig: Die „Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein“ (MDSH) erhält den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis. Das bis heute einzigartige Projekt einer mobilen Schulung ermöglicht eine chancengleiche Betreuung zuckerkranker Kinder in einem Bundesland – und zwar auch in den zuvor unterversorgten ländlichen Gebieten. Beladen mit Schulungsmaterialien fährt das MDSH-Team um Kinderdiabetologin Dr. Simone von Sengbusch kreuz und quer über Land, um Kinder mit Diabetes in wohnortnahen Einrichtungen zu betreuen und gleichzeitig auch das Klinikpersonal zu schulen.
Diabetes auf den richtigen Kurs bringen
Den zweiten Platz mit einem Preisgeld von 5.000 Euro belegt das Team um Dr. Michael Bentfeld und Ulrike Menzel vom Altonaer Kinderkrankenhaus. Sie haben vor fünf Jahren ein altersgerechtes Schulungskonzept für diabeteskranke Jugendliche aus der Taufe gehoben: An Bord eines Segelschiffes wird die aufgrund der Pubertät am schwersten zu motivierende Patientengruppe im Alter von 15 bis 18 Jahren auf ein erwachsenes, selbstbestimmtes Leben mit dem Diabetes vorbereitet.
Lernprogramm in den Ferien unter vielen jugendlichen Diabetespatienten lernt man gemeinsam mit der Krankheit umzugehen und mehr Lebensqualität zu erreichen
Dass schwierige äußere Umstände kein Grund sein müssen, sich von einer guten Idee abbringen zu lassen, beweist auch die Dresdner Elterninitiative „Zuckerstachel“ unter der Leitung von Ronald Kuhl und Petra Wahl. Seit über 30 Jahren ermöglichen sie diabeteskranken Kindern unbeschwerte Ferien in speziellen Schulungs- und Freizeitcamps. Obwohl dieses Engagement zu DDR-Zeiten und auch nach der Wende nicht immer einfach war, fanden Ronald Kuhl und Petra Wahl immer wieder neue Wege. Für ihren kontinuierlichen Einsatz werden sie mit dem 3. Preis des Fine Star und 2.500 Euro belohnt.
„Alle Projekte, die mit dem Fine Star ausgezeichnet wurden, haben das Ziel erreicht, mit Kreativität und Innovation die Lebensqualität diabeteskranker Kinder und Jugendlicher zu verbessern“, freut sich Jörn Oldigs, Leiter von Bayer Diabetes Care und Fine Star-Jurymitglied. „Aus sozialer und psychologischer Sicht können Initiativen, die im Umfeld der jungen Patienten entstehen, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Betroffenen und ihren Familien das Leben mit dem Diabetes zu erleichtern. Diese Engagements zu fördern ist eine Aufgabe, der sich Bayer mit der Auslobung des ‚Fine Star‘ auch in Zukunft stellen will.“
Die Sieger von Fine Star
Bis Nordfriesland fit in Sachen Diabetes
Innovatives Modell für wohnortnahe, altersgerechte Schulung und Versorgung diabeteskranker Kinder wird Sieger des Bayer-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte und gewinnt 10.000 Euro
Nur ein einziges Kinderdiabeteszentrum – und das ausgerechnet im dezentral gelegenen Lübeck – gab es bis 1999 im gesamten Flächenland Schleswig-Holstein. Für 500 damals betroffene Kinder und die jährlich rund 70 neu an Diabetes erkrankten jungen Patienten bedeutete das, entweder lange Fahrten oder eine nicht speziell auf Kinder abgestimmte Therapie in Kauf nehmen zu müssen. Kein Wunder also, dass die Diabetes-Arbeitsgruppe im Schleswig-Holsteiner Sozialministerium fieberhaft nach Wegen suchte, die Unterversorgung im Land zu beheben und allen betroffenen Kindern und ihren Familien eine wohnortnahe Betreuung und einen einheitlich hohen Therapiestandard zu ermöglichen.
Ein innovatives Versorgungsprojekt musste auf die Beine gestellt werden, das altersgerechte Schulungen auch in abgelegenen Gebieten des Landes gewährleistete. Dr. Simone von Sengbusch, Kinderärztin und Diabetologin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, sollte es leiten. Unterstützt von der Diabetesberaterin Nicole Lunow nahm sie die Herausforderung an und hob ein Projekt aus der Wiege, das bis heute in Deutschland einzigartig ist: Die Mobile Diabetesschulung Schleswig Holstein (MDSH).
Unzählige Kilometer legen die beiden Expertinnen jedes Jahr in ihrem mit Schulungsmaterialien voll beladenen Privat-PKW zurück, um von Lübeck nach Flensburg , Heide, Itzehoe, Neumünster, Rendsburg und nach Kiel zu gelangen. 24 Schulungen pro Jahr führen sie an insgesamt acht Kliniken durch. Dabei galt es gerade am Anfang, viel Aufbauarbeit zu leisten, denn neben lokalen Schulungsterminen für Kinder und Beratungen für Eltern stand auch die Aus- und Weiterbildung des Klinikpersonals auf dem Programm.
Der Erfolg des Projektes ist der schönste Lohn für das MDSH-Team: Nach fast zehn Jahren intensiver Arbeit haben sich Versorgungsstruktur und Behandlungsstandard im ganzen Land deutlich verbessert – eine qualifizierte Therapie der Kinder ist inzwischen fast überall möglich.
Diese Leistung hat die Jury des Bayer-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte überzeugt: Die Mobile Diabetes Schulung Schleswig Holstein gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten 1. Preis des „Fine Star“. „Dieses Versorgungsprojekt für diabeteskranke Kinder ist deutschlandweit einmalig“, lobt Prof. Dr. Thomas Danne, Mitglied der Fine Star Jury und Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult in Hannover das zweiköpfige Team. „Hier wurden neue Wege gegangen, um eine chancengleiche gute Versorgung diabeteskranker Kinder in einer zuvor unterversorgten Region zu sichern“, ergänzt Jörn Oldigs, Leiter Bayer Diabetes Care.
Der Arzt kommt zum Patienten
Auch der neunjährige Nis Ove gehört zu den von Dr. Simone von Sengbusch und Nicole Lunow betreuten Kindern. Vor anderthalb Jahren wurde bei dem Jungen Diabetes diagnostiziert - ein heftiger Einschnitt im Leben der Familie, die in einem kleinen Dorf in Nordfriesland, kurz vor der dänischen Grenze wohnt. Schon bald nach der Ersteinweisung tauchten im Alltag immer wieder Probleme auf, welche die Umstellung auf eine Insulinpumpentherapie nötig machte. Aber der nächste in dieser Therapie erfahrene Kinderdiabetologe war gut 100 Kilometer entfernt und auf einen Schulungsplatz in einer Fachklinik hätte Nis Ove lange warten müssen. Die Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein“ (MDSH) konnte helfen: Für ihn und ein weiteres Kind kamen Dr. Simone von Sengbusch und Nicole Lunow in die nahe gelegene Kinderklinik Flensburg, um die Kinder vor Ort auf eine Insulinpumpe einzustellen und zu schulen. Nach einer Woche gingen Nis Ove und seine Eltern „glücklich und mit vielen neuen Informationen über Diabetes“ nach Hause, wo sie den Alltag seitdem leichter meistern und auch mit kritischen Situationen besser umgehen können .
Interdisziplinärer Austausch
Aber nicht nur für viele Familien, sondern auch für acht Kliniken im Land ist die Mobile Diabetesschulung Schleswig-Holstein mittlerweile unentbehrlich geworden. Thomas Brinkmeier, Diabetologe am Westküstenklinikum Heide, setzte sich mit einer Nominierung für den Fine Star persönlich für die MDSH ein: „Da die meisten Kinderkliniken personell noch nicht in der Lage sind, eigenständig strukturierte Schulungen anzubieten und die MDSH eine feste Institution in der Diabetesversorgung bei Kindern und Jugendlichen in Schleswig-Holstein geworden ist, muss es unser Ziel sein, dieses Projekt zu unterstützen.“ Neben der fachlichen Beratung und Vermittlung von medizinischem Know-how sind Simone von Sengbusch und Nicole Lunow aber auch die menschlichen und sozialen Aspekte ihrer Arbeit wichtig.
Gemeinsame Erlebnisse mit Gleichaltrigen fördern
Für sie bedeutet ihre Arbeit auch die Stärkung des Selbstvertrauens chronisch kranker Kinder, die Förderung der Motivation und das Schaffen gemeinsamer Erlebnisse. Doch es ist nicht immer selbstverständlich, dass diabeteskranke Kinder all das erleben können, was einem gesunden, altersgleichen Kind möglich ist. Bereits die Teilnahme an einer Klassenfahrt ist für ein Schulkind mit Diabetes und seine Betreuer eine echte Herausforderung.
Wie für den zehnjährigen Jonas aus Wapelfeld im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Nichts wünschte er sich mehr, als mit seinen Mitschülern auf Klassenfahrt zu gehen. Doch wie sollte das gehen? Eltern und Lehrer sorgten sich um die Gesundheit des Viertklässlers. Wer sollte ihm helfen, wenn es unerwartete Probleme wegen seines Diabetes gab? Konnte dem Lehrer die Verantwortung für ein chronisch krankes Kind zugemutet werden? Die rettende Idee kam von der MDSH: Sie schulte den Lehrer, der Jonas auf der Klassenfahrt betreuen sollte. Was er dabei über seinen Schüler und dessen Erkrankung lernte, gab ihm die nötige Kompetenz und Sicherheit, ihn bedenkenlos mitzunehmen. So konnte Jonas als eines von vielen Kindern eine ganz normale Klassenfahrt erleben. Jonas‘ Mutter ist begeistert: „Dank des Einsatzes von Schulungsteam und Lehrer konnte Jonas ohne ‚lästige Eltern‘ auf Klassenfahrt gehen. Das ist für uns Integration!“
Halsen, kochen und Blutzucker messen auf der „Sigandor“
5.000 Euro für Altonaer Kinderkrankenhaus / Bayer-Preis fördert innovatives Schulungsmodell für jugendliche Diabetiker
Anker lichten, Leinen los, Segel setzen und auf geht‘s zu einem Segeltörn der besonderen Art von Eckernförde die deutsche Ostseeküste entlang. Niemand würde beim Anblick der Mannschaft auf dem Traditionssegler Sigandor vermuten, dass es sich nicht um professionelle Matrosen, sondern um jugendliche Typ-1 Diabetiker bei einer Schulung handelt. Seit fünf Jahren veranstaltet das Altonaer Kinderkrankenhaus mit einem Team aus Ärzten und Fachleuten einwöchige Diabetesschulungen auf dem 36 Meter langen, bald 100 Jahre alten Segelschiff.
Das Projekt unter der Federführung von Dr. Michael Bentfeld, Oberarzt der Abteilung für Pädiatrie, wurde nun mit dem 2. Platz des von Bayer Vital vergebenen „Fine Star“-Preises für kreative Kinderdiabetes-Projekte ausgezeichnet. Das Team um Michael Bentfeld, Ulrike Menzel, Rita Keller, Michaela Schlobohm und Birgit Schäfer kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro freuen, mit dem sie zukünftig ähnliche Projekte auch für jüngere Kinder etablieren wollen. „Der Segeltörn hat uns überzeugt, weil gerade die Vorbereitung jugendlicher Diabetiker auf ein unabhängiges und eigenverantwortliches Leben mit der Erkrankung so wichtig ist“, begründet Prof. Thomas Danne, Chefarzt am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, die Entscheidung der Jury.
Schwer zu erreichende Patientengruppe
Schon die Rekrutierung der Mannschaft war keine leichte Aufgabe für die Verantwortlichen. „Jugendliche sind am schwierigsten für Schulungen zu motivieren“, weiß Kinderärztin und Diabetologin Ulrike Menzel, die gemeinsam mit der Diabetesberaterin Rita Keller und der Ökotrophologin Birgit Schäfer den diesjährigen Törn organisiert und begleitet hat. „Die meisten finden sich zu alt für Gruppenschulungen in einer Kinderklinik, fühlen sich aber auch unter erwachsenen Diabetikern noch fehl am Platz. Manche nehmen deswegen bis zu einem Alter von Mitte 20 keine Versorgungsleistungen in Anspruch, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen und das Risiko für Folgeerkrankungen erheblich steigern kann.“
Auch die 16-jährige Denise hatte anfangs „keinen richtigen Bock“ mitzusegeln. „Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich hier mitmache – deswegen hatte ich erst gar keine Lust. Dann hat es aber echt Spaß gemacht.“ Auch andere Teilnehmer waren zu Beginn skeptisch. Doch als die Sigandor in Eckernförde ablegt, überwiegt bei der jungen Mannschaft die Neugier. Zunächst sitzen die 15- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen in gemütlicher Runde dick eingepackt an Deck und frösteln leicht. Das Wasser rauscht am Kiel vorbei, das Schiff schaukelt sanft. Doch der Schein trügt. Denn die Jugendlichen faulenzen nicht, sondern sie lauschen den Ausführungen von Diabetesberaterin Rita Keller.
In Gruppenübungen, Diskussionen und Gesprächsrunden vertiefen sie während des einwöchigen Törns ihr Wissen über Ernährung und das tägliche Management ihres Typ-1 Diabetes. Viele Fragen werden erstmalig in diesem Alter relevant: Was muss ich über Diabetes im Zusammenspiel mit Alkohol oder Nikotin wissen? Auch die wichtigen Themen Führerschein und Verhütung kommen während der Schulung zur Sprache. Im weiteren Verlauf der Reise lernen die jungen Segler, mit dem Diabetes auch unter erhöhter körperlicher Belastung umzugehen. Denn sie alle sind an Bord der Sigandor nicht bloß Passagiere auf Kreuzfahrt, sondern vor allem aktive Crewmitglieder.
Jeder arbeitet unter fachmännischer Anleitung von Skipper Rieke Boomgarden mit: Das Schiff muss auf Kurs und in Fahrt bleiben, Segel müssen gehisst, nachts muss Ankerwache gehalten werden. „Nebenher“ halten die Crewmitglieder den Blutzucker unter Kontrolle und erleben dabei eine Überraschung: „Da sie alle viel aktiver sind als im Alltag, können die Insulingaben deutlich zurückgenommen werden und sie erreichen tolle Blutzuckerwerte“, erklärt Ulrike Menzel.
Segel hissen und das Ruder selbst in die Hand nehmen
Doch die Jugendlichen nehmen nicht nur neue Erkenntnisse und die Erinnerung an einen spannenden Segeltörn mit nach Hause. „Die Erfolgserlebnisse, die unsere Jungmatrosen sammeln, machen sie auch selbstbewusster im Umgang mit der Erkrankung“, erklärt Ulrike Menzel die Intention der Veranstalter. „Viele haben ihre körperlichen Möglichkeiten vorher unterschätzt. Die Erkenntnis, auch unter erhöhten Belastungen als Diabetiker zu ‚funktionieren‘ ist äußerst wertvoll in diesem Alter.“ Im rauhen Klima der Ostsee haben die Jugendlichen auf der Sigandor eines ganz sicher gelernt: Den Diabetes richtig einzustellen, heißt die Segel zu hissen. Wenn Sie nun das Ruder selbst in die Hand nehmen, können sie den Diabetes beherrschen. (MEDIZIN ASPEKTE 11/2008)
Lesen Sie außerdem
- Diabetes Typ I bei Kindern: Kinder mit Diabetes leben ohne Leistungseinschränkungen - Aktion "Fine Star" fördert Früherkennung und den richtigen Umgang mit Kinderdiabetes
- Hintergrundwissen rund um Diabetes mellitus
Ähnliche Artikel:
Wir helfen Ihnen weiter:

Alzheimer-Demenz | Akupunktur | Allergien | Asthma | Brustkrebs | Darmkrebs | Diabetes | Durchfall | Erektile Dysfunktion | Erkältung | Ernährung | Falten | Halsschmerzen | Haarausfall | Harninkontinenz | Hautschuppenflechte | Heiserkeit | Herzinfakt | Husten | Knochenschwund | Kopfschmerzen | Krebs | Multiple Sklerose | Narben | Neurodermitis | Osteoporose | Potenzprobleme | Prostatakrebs | Psoriasis | Raucherentwöhnung | Schilddrüsenerkrankung | Schlaganfall | Schmerz | Schwangerschaft | Sodbrennen | Vitamine | Wechseljahre





LogIn Fachkreise


















drucken
weiterleiten
top
MEDIZIN ASPEKTE