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Schweinegrippe auch in Deutschland?

Schweinegrippe: Ein Virus breitet sich aus. In Mexiko wurden die ersten Patienten gemeldet. Diagnose: Schweinegrippe. Nachdem erste Todesfälle aufgetreten sind, stellt sich die Frage nach der Gefahr einer Epedemie mit Schweinegrippe für Deutschland.

Schweinegrippe: Influenzaviren (Grippeviren) sind die Ursache
Die Schweinegrippe wird, wie auch die bei uns bekannte "echte Grippe", ausgelöst durch Viren. Viren bestehen vor allem aus einer Hülle von Proteinen (Eiweiß) und Erbgutmaterial in Form von doppelsträngiger DNA oder einzelsträngiger RNA. Die häufigsten Proteine der Virushülle sind Hämagglutinin und Neuraminidase. Je nach Typ werden daher die Subtypen der Influenzaviren mit den Anfangsbuchstaben dieser Proteine benannt. Die bei uns verbreiteten Influenzaviren gehören zum Beispiel zu den Subtypen H1N1 und H3N2. Bei dem Schweinegrippen-Virus handelt es sich um ein verändertes H1N1-Virus.

Schweinegrippe - Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch ist nicht auszuschließen
Die Erkrankten in Mexiko hatten keinen besonderen Kontakt zu Schweinen. Somit ist davon auszugehen, dass das Virus in der Lage ist, sich von Mensch zu Mensch zu übertragen. Insbesondere Reisende nach Südamerika sollten daher Vorsorge treffen. Einreisende aus Mexiko können ebenfalls eine Gefahr darstellen.

Schweinegrippe in Deutschland - Gefahr für Deutschland?
Welche Bedeutung die Schweinegrippe in Deutschland spielen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt (30.04.2009) noch nicht abzuschätzen. Das Robert Koch-Institut gibt hierzu bekannt: "Mit den diagnostischen Standardverfahren konnte das Virus in den USA nicht nachgewiesen werden. Das Nationale Referenzzentrum für Influenza am Robert Koch-Institut kann dieses Virus aber diagnostizieren. Das Robert Koch-Institut hat die Landesgesundheitsbehörden über das Geschehen in Amerika informiert".

Behandlung: bei Virus-Grippe frühzeitig Neuraminidasehemmer gegen Influenzaviren anwenden
Bei früheren Tests waren die sogenannten Neuraminidasehemmer (antivirale Medikamente gegen Influenzaviren) bei unterschiedlichen Influenzavirus-Subtypen wirksam. Wirksamkeitsprüfungen der amerikanischen Infektionsschutzbehörde CDC geben erste Hinweise, dass die Neuraminidasehemmer Oseltamivir und Zanamivir derzeit bei dem Schweinevirus wirksam sind. Es ist bislang nicht bekannt, ob der saisonale H1N1-Impfstoff gegen dieses Virus schützt.

Ob sich die Risikoeinschätzung für die Entstehung einer weltweiten Grippewelle, einer Pandemie, ändert, kann derzeit noch nicht beurteilt werden. Influenzapandemien wurden bislang stets durch einen neuen Influenzavirus-Subtyp verursacht, der zuvor gar nicht in der menschlichen Bevölkerung zirkuliert ist. Da unser Immunsystem auf solche neuen Virenstämme nicht vorbereitet ist, besteht auch kein Schutz, so dass jeder von gefährdet ist. Eine Pandemie führt zu einer Erkrankungs- und Sterberate, die übliche, auch schwere Influenzawellen übertreffen.

Täglich aktualisierte Informationen veröffentlicht das Robert Koch-Institut für die Meldung und das Management von Personen mit Veracht auf aviäre Influenza (Präventiv- und Bekämpfungsmaßnahmen). Die Daten werden derzeit auf das Geschehen der Schweinegrippe hin angepasst.

Für Medizinpersonal gelten die Richtlinien des Robert Koch-Instituts und der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention sowie die seit längerem vom Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe (BAuA) empfohlenen Massnahmen.

Das Friedrich-Loeffler-Institut / Bundesforschungsinstitut für Viruskrankheiten der Tiere informiert aktuell über Influenzaerkrankungen bei Tieren. (MEDIZIN ASPEKTE 04/2009)

Verwendete Literatur
  1. Robert Koch Institut
  2. Roche: Influenza – Eine Checkliste
  3. Kaiser et al.: Impact of Oseltamivir treatment on influenza related respiratory tract complications and hospitalisations, Arch Intern Med, 2003]
  4. Broschüre: Tamiflu – Je früher desto besser
  5. Roche: Influenza Vorbeugung


Weitere Informationen finden Sie hier:




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