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Herzinsuffizienz

10 Fragen und 10 kurze Antworten


1. Wie funktioniert das normale Herz?
Das normale Herz erfüllt die Funktion einer Pumpe. Es versorgt den gesamten Körper mit Blut, somit unter anderem mit mit Nährstoffen und Sauerstoff und sorgt für den Abtransport des "Abfalls" - Kohlendioxid und einer unzählige Menge an weiteren Stoffen, die teils anderen Organen zur Weiterverarbeitung, teils der Niere zur Ausscheidung zugeführt werden. Ohne das Herz steht dieser Kreislauf also still, ein Leben ist nicht denkbar. Betrachtet man die Funktion, so kann zwischen einem kleinen und einem großen Kreislauf unterschieden werden. Der große oder Körperkreislauf wird durch den linken Teil des Herzens unterhalten: das Blut wird über die große Körperschlagader und ihre Verzweigungen bis in die entferntesten Winkel des Organismus getragen. Die Blutgefäße sind dort sehr klein und ermöglichen einen Austausch der mitgeführten Stoffe. Gutes wird dagelassen, Unerwünschtes wieder mitgenommen. Weil auch der Sauerstoff zurückbleibt, ist das Blut anschliessend weniger rot als vorher. Dieses sauerstoffarme Blut gelangt nun über das sog. venöse System zurück zum Herzen; diesmal auf die rechte Seite. Damit sich der Kreislauf schliesst, muss dieses Blut nun erneut mit Sauerstoff angereichert werden. Dies geschieht im kleinen oder Lungenkreislauf: über die Lungenschlagader zur Lunge, über die Lungenvene wieder ins linke Herz. Was hier als zwei getrennte Abschnitte beschrieben wurde läuft im Wesentlichen gleichzeitig ab: Blutauswurf in kleinen und großen Kreislauf und Füllung aus den beiden vorgelagerten Abschnitten findet gleichzeitig statt: arbeitsaufwendig ist nur der Auswurf; die Füllung geschieht passiv. Nur deshalb ist es möglich, dass sich das Herz jeden Tag etwa 100.000 Mal zusammenzieht. Es kann sich danach ja erholen.

2. Was versteht man unter Herzinsuffizienz?
Herzinsuffizienz oder auch Herzschwäche ist ein Zustand, bei dem dem Herz eine ausreichende Weiterbeförderung des Blutes nicht mehr möglich ist. Dies kann dadurch bedingt sein, dass es sich nicht mehr genug zusammenziehen kann (was ja Voraussetzung für die Weiterbeförderung des Blutes ist), aber auch dadurch, dass es sich nicht mehr ausreichend mit Blut füllen kann (und dann natürlich auch zu wenig auswirft). In der Praxis unterscheidet man eine Schwäche des linken, des rechten bzw. des gesamten Herzens. Diese Schwäche kann sich langsam entwickeln und dann auch erst spät Beschwerden bewirken oder akut auftreten.

3. Ist Herzinsuffizienz ein bedeutendes Problem?
Wie wir gleich sehen werden, ist die Herzschwäche eine natürliche Folge der meisten Zivilisationskrankheiten. Demzufolge hat sie schon alleine deswegen eine bedeutende Stellung inne. Nahezu jedes Kind weiss allerdings, dass sich unsere Gesellschaft mitten im Wandel ihrer Altersstruktur befindet. Ältere Menschen nehmen zu Ungunsten der Jüngeren an Anzahl zu. Da die Häufigkeit der meisten Erkrankungen mit dem Alter zunimmt, überrascht es nicht, dass Untersuchungen einen massiven Anstieg des hier beschriebenen Krankheitsbildes in den nächsten Jahren vorhersagen. Hierzu muss man wissen, dass es in den letzten Jahren gelingen konnte, das Auftreten der meisten wesentlichen Erkrankungen zu verringern. Die Herzinsuffizienz stellt hier eine Ausnahme dar.

4. Wann kann sie auftreten?
Die häufigsten Ursachen für die Entwicklung einer Herzschwäche sind hoher Blutdruck, eine Veränderung der Herzkranzgefäße (Arterienverkalkung der Gefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen) sowie die Zuckerkrankheit. Seltenere Ursachen können eine Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie), Fehler der Herzklappen, bestimmte Herzrhythmusstörungen bzw. angeborene Herzfehler sein. Auch sind Alkoholmißbrauch, Schilddrüsenüberfunktion, Drogenmißbrauch und bestimmte Krebstherapien (einige Chemotherapeutika und Bestrahlungsformen) gelegentlich für die Entwicklung der Erkrankung verantwortlich.

5. Was sind typische Symptome?
Die Symptome einer Herzschwäche variieren mit dem Grad der Funktionseinschränkung des Organs. Wie oben bereits erwähnt, wird eine Rechts- von einer Linksherzinsuffizienz unterschieden. Getreu dem Prinzip der Pumpe wird bei einem Versagen des Herzens innerhalb eines der Kreisläufe das Blut vor dem Funktionsdefekt nicht mehr genügend weiterbefördert. Bei einer Rechtsherzschwäche staut es sich demzufolge im großen Körperkreislauf. Wesentliche Symptome sind dann geschwollene Beine, ein geblähter Bauch oder gestaute Halsvenen. Zusätzlich kommt ja auch zu wenig Blut am Zielort an: Leistungsschwäche ist die Folge. Versagt eher das linke Herz, dann ist die Lunge das Opfer: das Atmen fällt schwer. Bei einer Globalherzschwäche sind beide Kreisläufe beeinträchtigt.

6. Wie kann der Arzt die Krankheit erkennen?
Die Diagnose einer Herzschwäche ist keine ganz einfache. Eine Vielzahl Symptome können auftreten von denen nur wenige für dieses eine Krankheitsbild spezifisch sind. Leitsymptom ist die Luftnot, die unter Belastung, in Ruhe oder sogar aus dem Schlaf heraus auftreten kann. Oft fällt es diesen Menschen schwer, flach zu liegen; sie schlafen auch besser, wenn der Kopf nachts etwas hochgelagert ist. Weitere mögliche Anzeichen für Herzschwäche sind ein anhaltender Husten (Stauung des Blutes in die Lunge), Anstauung überzähliger Flüssigkeit in abhängigen Körperpartien, Müdigkeit, verminderter Appetit, Verwirrung (durch die Veränderung mancher Mineralien im Blut), erhöhte Herzfrequenz.
Klinische Untersuchungen, die einen einmal geäußerten Verdacht bestätigen können, sind die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie), Röntgenaufnahmen des Brustraumes oder in speziellen Fällen auch einer Herzkatheteruntersuchung.

7. Wie kann man sie behandeln?
Sofern es möglich ist, wird man versuchen, die Ursache einer Herzschwäche bei den Wurzeln zu packen. Sind verengte Herzkranzgefäße für die Entwicklung der Krankheit verantwortlich, so wird ein Therapieansatz eine Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels sein (Ballonaufdehnung der Herzkranzgefäße, Bypassoperation) sein. Liegt ein hoher Blutdruck vor, so kann man diesen behandeln. Ist eine Herzklappe defekt, so kann ein Ersatz in Erwägung gezogen werden. Bei Erfolglosigkeit dieser Maßnahmen bzw. wenn keine eindeutige Ursache zu finden ist, wird ein allgemeiner Therapieansatz gewählt. Wesentliche Elemente sind Gewichtsnormalisierung bei Übergewicht, körperliche Schonung bei hochgradiger Herzinsuffizienz, kaliumreiche, kochsalzarme Diät, Begrenzung der Flüssigkeitszufuhr, Weglassen potentiell schädlicher Medikamente. Wirkstoffe, die verordnet werden sollten, sind sog. Beta-Blocker und Beta-Blocker, eventuell Diuretika oder Digitalis. Von den beiden ersteren Pharmaka ist bekannt, dass sie gewisse schädliche Abläufe, die die Entwicklung der Herzschwäche fördern, zu bremsen in der Lage sind.

8. Kann man die Entstehung von Herzinsuffizienz verhindern?
Dieser als Prävention bezeichnete Ansatz gliedert sich grundsätzlich in zwei Bereiche: der Versuch der Verhinderung einer Entstehung einer Erkrankung (Primärprävention) bzw. eine Vermeidung des Wiederauftretens oder einer Verschlimmerung (Sekundärprävention). Was jetzt folgt wird vielen Menschen bereits bekannt vorkommen; wir erinnern uns: Herzinsuffizienz ist die Endstrecke der meisten Zivilisationskrankheiten: hoher Blutdruck, Arterienverkalkung der Herzkranzgefäße und oft auch der Zuckerkrankheit. Somit ist eine Vermeidung der Entstehung einer dieser Auslöser eine effektive Strategie. Ein gesunder Lebensstil, ein normales Körpergewicht, ein normaler (oder durch Medikamente normalisierter) Blutdruck, kein Nikotin - wer so lebt hat ein deutlich vermindertes Risiko an den erwähnten Krankheiten zu leiden und fühlt sich meist auch noch deutlich besser. Treten Krankheiten auf, die bekanntermaßen eine Herzschwäche begünstigen, so sollten diese effektiv behandelt werden. Voraussetzung hierfür sind regelmäßige Arztkonsultationen.

9. Soll ich mich bei Herzschwäche körperlich schonen?
Weit in die 70er Jahre hinein war ein wesentliches Therapieprinzip einer Herzschwäche die Bettruhe. Den Betroffenen wurde geraten, sich so weit wie möglich zu schonen und das Herz nicht noch zusätzlich zu belasten. Hiervon ist man heutzutage mit Ausnahme der entgleisten Herzschwäche abgekommen. Auch wenn der Ratschlag paradox erscheinen mag: moderate Aktivität macht das schwache Herz stärker; sie kann Krankheitssymptome reduzieren, Stress abbauen und einen Schub neuer Energie verleihen. Selbstverständlich ist das Maß aller Dinge immer das persönliche Befinden. Vermieden werden sollten isometrische Sportübungen (beispielsweise Gewichtheben). Schwimmen ist ebenfalls nicht ideal. Erlaubt ist darüber hinaus jedoch das meiste, was Spaß macht. Manche Krankenkassen bieten spezielle Sportprogramme für Herzkranke an. Im Einzelfall wird der behandelnde Arzt gerne Ratschläge erteilen.

10. Wo finde ich weiterführende Informationen?
Viele gute Tipps und weiterführende Ratschläge zu den verschiedenen Erkrankungen des Herzens gibt es auf den Internetseiten der Deutschen Herzstiftung. Das Angebot richtet sich bevorzugt an Patienten.

Deutsche Herzstiftung:
http://www.herzstiftung.de/index.php


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