Atemwegserkrankungen
10 Fragen und 10 Antworten
Unter den zehn häufigsten Todesursachen hierzulande finden sich allein 3 Atemwegserkrankungen: bösartige Neubildungen der Lunge, Lungenentzündungen sowie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Grund genug für uns, uns diesem Themenkomplex näher zuzuwenden. 10 Fragen, 10 Antworten zum Thema Erkrankungen der Atemwege.
1. Wie funktioniert unser Atmungsorgan?
Atmen: eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Warum jedoch müssen wir atmen, um zu überleben? Der einfache Grund ist, dass der mit der Luft aufgenommene Sauerstoff notwendig ist, um die Energie zu erzeugen, die unseren Körper in Gange hält. Das Atemsystem bringt den Sauerstoff in die Lungen, wo er ins Blut übertritt und zu den einzelnen Organen transportiert wird. Gleichermaßen findet die "verbrauchte" Luft - im Wesentlichen Kohlendioxyd - ihren Weg über das gleiche System wieder nach außen. Beim Einatmen gelangt die Luft über Mund und Nase zunächst in die Luftröhre. Von dort aus geht es weiter über die Bronchien, die sich in kleinere Bronchiolen verzweigen und schließlich in der Arbeitseinheit der Lunge, den Alveolen enden. Diese haben eine traubenartige Struktur und sehr dünne Wände: hier kann der in der Luft enthaltene Sauerstoff in das Blut übertreten. Gleichzeitig wird das im Blut gelöste Kohlendioxyd als Abfallprodukt wieder an die Luft abgegeben und über das Atemsystem zurückgeführt.
2. Welche gängigen Untersuchungen sagen dem Arzt, ob das Atemsystem gut funktioniert?
Es gibt drei wesentliche Funktionstests, die etwas über den Zustand des Atemsystems aussagen: die Spirometrie, die Bodyplethysmografie und Tests der sog. Diffusionskapazität. Bei der Spirometrie mißt ein kleines Gerät die über einen bestimmten Zeitraum ausgeatmete Luft. Getestet wird hier im Wesentlichen der Widerstand des Bronchialsystems (FEV1). Bei der Bodyplethysmografie handelt es sich um eine Messung der Atemvolumina. Dazu muß die Testperson in einer kleinen Kabine etwa von der Größe einer Telefonzelle Platz nehmen und durch ein Mundstück ein- und ausatmen. Druckveränderungen in der Kabine lassen nun Rückschlüsse auf die Menge an Luft zu, die maximal ein- und ausgeatmet bzw. im Körper gehalten werden kann. Die Diffusionskapazität beschreibt näherungsweise, wie gut Sauerstoff aus der Atemluft in das Blut übertreten kann.
3. Was ist eine Lungenentzündung?
Pneumonien oder Lungenentzündungen sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Sie können die Lunge auf zwei verschiedene Arten befallen: bezogen auf einen gesamten Lungenlappen (Lobärpneumonie) oder absteigend von den Bronchien mit kleinen Herden (Bronchopneumonie). Verschiedene Krankheitserreger können für eine Lungenentzündung verantwortlich sein. Im Wesentlichen sind hier Viren und Bakterien zu unterscheiden. Ein besonders hohes Risiko, an einer Pneumonie zu erkranken, besteht für ältere Menschen sowie Kinder und bei Personen, die Faktoren aufweisen, die die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigen. Virale Lungenentzündungen sind im Kindesalter häufiger als in erwachsenen Jahren und verlaufen meist milder. Der häufigste Erreger einer bakteriellen Pneumonie ist eine bestimmte Streptokokkenart. Lungenentzündungen beginnen meist plötzlich mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl, begleitet von Husten mit Auswurf. Behandelt werden die bakteriellen Infektionen meist mit Antibiotika.
4. Was ist Tuberkulose?
Weltweit sind etwa 1/3 der Menschen mit TBC infiziert. Davon erkranken ca. 5-10% tatsächlich, die restlichen Infektionen bleiben unbemerkt. Tuberkulosebakterien sind unbewegliche Stäbchen, die erstmals duch Robert Koch entdeckt wurden. Die Ansteckung geschieht fast ausschließlich über die Atemwege. Zunächst bildet sich ein sog. Primärkomplex, der aus lokalisierten Erregern besteht. Oft setzt bereits dieser erste Infektionsherd kleine Organherde, verbreitet sich also im Körper. Diese sind meist harmlos, können aber im späteren Leben Ausgangspunkt einer erneuten Infektion "von innen" sein. Der Infektionsherd kann sich verflüssigen; eine Infektion der Umgebung ist dann möglich ("offene TBC"). Wenn auch in unseren Breiten die Schwindsucht, wie sie früher genannt wurde, heute eher selten ist, so muß man global von einem gesundheitspolitischen Problem sprechen. Speziell aus den früheren Ostblockstaaten finden eine Reihe von multiresistenten TBC-Erregern ihren Weg auch in die Mitte Europas.
5. Was versteht man unter COPD?
Die COPD oder chronische Bronchitis ist eine der häufigsten und tödlichsten Erkrankungen der westlichen Industrieländer. Abgesehen von seltenen Ursachen wie der (beruflichen) Exposition bestimmter Gase spielt als Ursache hauptsächlich das Zigarettenrauchen eine Rolle. Von einer chronischen Bronchitis spricht man, wenn während 2 Jahren in Folge an mindestens 3 Monaten pro Jahr Husten mit Auswurf besteht. Die Krankheit ist wesentlich gekennzeichnet durch ein erschwertes Ausatmen, das über längere Zeit zu einer Ansammlung von überflüssiger Luft in den Lungen führt. Zu den Kriterien der COPD zählt auch, dass Medikamente, die die Atemmwege erweitern, und somit eigentlich die Symptome bekämpfen können, nicht mehr richtig wirken. Ein großes Problem für diese Patienten sind Infektionen der Atemwege, da diese das labile Bronchialsystem vollkommen zum Erliegen bringen können.
6. Asthma bronchiale - was kann ich mir darunter vorstellen?
Das Asthma bronchiale ist im Gegensatz zur COPD eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich durch streng anfallsbezogene Luftnotattacken infolge Verengung der Atemwege auszeichnet. Man unterscheidet das allergische Asthma und das nichtallergische Asthma. Das allergische oder extrinsische Asthma kann durch Stoffe aus Umwelt oder der Arbeitswelt ausgelöst werden, das nichtallergische oder intrinsische Asthma durch Infekte der Luftwege, Schmerzmittel oder beispielsweise auch durch die sog. Refluxerkrankung (ein Großteil "asthmatischer" Beschwerden verschwinden nach Gabe eines säureblockierenden Medikamentes). Wichtig ist bei dieser Erkrankung die Selbstkontrolle anhand des persönlichen FEV1-Wertes. Mit einem sog. peak flow meter kann dieser einfach selbst bestimmt und somit der Schweregrad eines Anfalles eingeschätzt werden.
Deutscher Allergie- und Asthmabund:
http://www.daab.de/index.php
7. Welche Krebserkrankung der Atemwege ist die häufigste?
Hier ist das Bronchialkarzinom zu nennen. Es stellt bei Männern die häufigste Krebstodesursache dar; insgesamt hat es einen Anteil von 25% an allen bösartigen Krebserkrankungen. Zigarettenrauchen ist für 85% aller Bronchialkarzinome verantwortlich. Aber man muß nicht aktiver Raucher sein: auch der Passivrauchende erhöht sein Risiko für diese Erkrankung um den Faktor 2. Hinsichtlich der Prognose der Erkrankung ist eine Einteilung in das sog. small cell-Karzinom und alle anderen Formen relevant ("non small cell"). Hierbei hat ersteres die schlechteste Prognose. Metastasen treten besonders häufig in Leber, Gehirn, Nebennieren und Skelett auf. Je nach Art und Stadium des Karzinoms kommt zur Behandlung eine Operation oder Radio- und Strahlentherapie infrage. Insgesamt ist trotz optimaler Behandlung die Überlebensrate schlecht: der Anteil der Patienten, die die Diagnose Bronchialkarzinom gestellt bekommen haben und die 5 Jahre nach Diagnosestellung noch leben, liegt bei 5%.
Krebsdatenbank der Uni Bonn: PDQ
http://www.meb.uni-bonn.de/cancernet/deutsch/200040.html
8. Was ist das Schlaf-Apnoe-Syndrom?
Als Schlafapnoe wird eine Atempause während des Schlafens von > 10 s Dauer verstanden. Menschen, die pro Nacht mehr als 10 solcher Pausen pro Stunde Schlafzeit haben, leiden an einem Schlafapnoesyndrom. Der Entstehungsmechanismus ist folgender: während des Schlafens kollabiert die Schlundmuskulatur. Dies führt zum Ausbleiben der Atmung, der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt. Ist dieser unterhalb eines kritischen Wertes angelangt, so kommt es zu einer Aufweckreaktion mit lautem Schnarchgeräusch. In dieser Phase werden sehr viele Streßhormone ausgeschüttet. Der normale Nachtschlaf ist deutlich gestört. Schlafapnoeiker leiden deshalb unter deutlicher Tagesmüdigkeit. Sie sind deshalb in höherem Maße als die Normalpopulation unfallgefährdet. Die häufigen Ausschüttungen von Streßhormonen erhöhen ausserdem die Rate an Schlaganfällen und Herzinfarkten deutlich. Behandelt wird mit einer sog. CPAP-Maske, die beim Schlafen einen kontinuierlichen Druck in den Atemwegen erzeugt und deshalb den Kollaps der Muskulatur verhindert.
Fachverband Schlafapnoe:
http://www.vdk-schlafapnoe.de/
9. Was verbirgt sich hinter der Erkrankung "Sarkoidose"?
Die Sarkoidose ist im Vergleich zu den oben erwähnten Krankheitsbildern eher selten. Etwa 50 von 100.000 Einwohnern Westeuropas sind betroffen. Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt zwischen 20 udn 40 Jahren. Möglicherweise besteht eine Verwandschaft des Auslösers der Erkrankung zu den Erregern der Tuberkulose. Man teilt ein in eine akute und eine chronische Form. Die akute trifft im Wesentlichen junge Frauen, die unter Gelenksbeschwerden, einer bestimmten Hautveränderung (Erythema nodosum) und Veränderungen des Lungengewebes leiden. Die chronische Variante bleibt oft unbemerkt und wird häufig erst durch eine Röntgenaufnahme festgestellt. Erkrankte sind durch Atemnot und Veränderungen des Herzens gefährdet. In der Summe sind die Heilungaussichten gut: die akute Form heilt in 95% der Fälle binnen einiger Monate aus. Bei der chronischen Form sieht es etwas schlechter aus, jedoch ist auch hier die Erkrankung in der überwiegenden Zahl der Fälle spontan gebessert. Jedoch bleiben bei 20% der chronisch Kranken permanente Veränderungen der Lunge zurück.
Deutsche Sarkoidose-Vereinigung:
http://www.sarkoidose.de/
10. Wo gibt es weitere Informationen zu Lungenerkrankungen?
Die seit 1979 bestehende "Atemwegsliga" hat sich sowohl der Weiterbildung von Ärzten als auch der Information von Patienten verschrieben. Ihr Webangebot findet sich unter:
http://www.atemwegsliga.de
Unter den zehn häufigsten Todesursachen hierzulande finden sich allein 3 Atemwegserkrankungen: bösartige Neubildungen der Lunge, Lungenentzündungen sowie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Grund genug für uns, uns diesem Themenkomplex näher zuzuwenden. 10 Fragen, 10 Antworten zum Thema Erkrankungen der Atemwege.
1. Wie funktioniert unser Atmungsorgan?
Atmen: eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Warum jedoch müssen wir atmen, um zu überleben? Der einfache Grund ist, dass der mit der Luft aufgenommene Sauerstoff notwendig ist, um die Energie zu erzeugen, die unseren Körper in Gange hält. Das Atemsystem bringt den Sauerstoff in die Lungen, wo er ins Blut übertritt und zu den einzelnen Organen transportiert wird. Gleichermaßen findet die "verbrauchte" Luft - im Wesentlichen Kohlendioxyd - ihren Weg über das gleiche System wieder nach außen. Beim Einatmen gelangt die Luft über Mund und Nase zunächst in die Luftröhre. Von dort aus geht es weiter über die Bronchien, die sich in kleinere Bronchiolen verzweigen und schließlich in der Arbeitseinheit der Lunge, den Alveolen enden. Diese haben eine traubenartige Struktur und sehr dünne Wände: hier kann der in der Luft enthaltene Sauerstoff in das Blut übertreten. Gleichzeitig wird das im Blut gelöste Kohlendioxyd als Abfallprodukt wieder an die Luft abgegeben und über das Atemsystem zurückgeführt.
2. Welche gängigen Untersuchungen sagen dem Arzt, ob das Atemsystem gut funktioniert?
Es gibt drei wesentliche Funktionstests, die etwas über den Zustand des Atemsystems aussagen: die Spirometrie, die Bodyplethysmografie und Tests der sog. Diffusionskapazität. Bei der Spirometrie mißt ein kleines Gerät die über einen bestimmten Zeitraum ausgeatmete Luft. Getestet wird hier im Wesentlichen der Widerstand des Bronchialsystems (FEV1). Bei der Bodyplethysmografie handelt es sich um eine Messung der Atemvolumina. Dazu muß die Testperson in einer kleinen Kabine etwa von der Größe einer Telefonzelle Platz nehmen und durch ein Mundstück ein- und ausatmen. Druckveränderungen in der Kabine lassen nun Rückschlüsse auf die Menge an Luft zu, die maximal ein- und ausgeatmet bzw. im Körper gehalten werden kann. Die Diffusionskapazität beschreibt näherungsweise, wie gut Sauerstoff aus der Atemluft in das Blut übertreten kann.
3. Was ist eine Lungenentzündung?
Pneumonien oder Lungenentzündungen sind weltweit eine der häufigsten Todesursachen. Sie können die Lunge auf zwei verschiedene Arten befallen: bezogen auf einen gesamten Lungenlappen (Lobärpneumonie) oder absteigend von den Bronchien mit kleinen Herden (Bronchopneumonie). Verschiedene Krankheitserreger können für eine Lungenentzündung verantwortlich sein. Im Wesentlichen sind hier Viren und Bakterien zu unterscheiden. Ein besonders hohes Risiko, an einer Pneumonie zu erkranken, besteht für ältere Menschen sowie Kinder und bei Personen, die Faktoren aufweisen, die die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigen. Virale Lungenentzündungen sind im Kindesalter häufiger als in erwachsenen Jahren und verlaufen meist milder. Der häufigste Erreger einer bakteriellen Pneumonie ist eine bestimmte Streptokokkenart. Lungenentzündungen beginnen meist plötzlich mit hohem Fieber und starkem Krankheitsgefühl, begleitet von Husten mit Auswurf. Behandelt werden die bakteriellen Infektionen meist mit Antibiotika.
4. Was ist Tuberkulose?
Weltweit sind etwa 1/3 der Menschen mit TBC infiziert. Davon erkranken ca. 5-10% tatsächlich, die restlichen Infektionen bleiben unbemerkt. Tuberkulosebakterien sind unbewegliche Stäbchen, die erstmals duch Robert Koch entdeckt wurden. Die Ansteckung geschieht fast ausschließlich über die Atemwege. Zunächst bildet sich ein sog. Primärkomplex, der aus lokalisierten Erregern besteht. Oft setzt bereits dieser erste Infektionsherd kleine Organherde, verbreitet sich also im Körper. Diese sind meist harmlos, können aber im späteren Leben Ausgangspunkt einer erneuten Infektion "von innen" sein. Der Infektionsherd kann sich verflüssigen; eine Infektion der Umgebung ist dann möglich ("offene TBC"). Wenn auch in unseren Breiten die Schwindsucht, wie sie früher genannt wurde, heute eher selten ist, so muß man global von einem gesundheitspolitischen Problem sprechen. Speziell aus den früheren Ostblockstaaten finden eine Reihe von multiresistenten TBC-Erregern ihren Weg auch in die Mitte Europas.
5. Was versteht man unter COPD?
Die COPD oder chronische Bronchitis ist eine der häufigsten und tödlichsten Erkrankungen der westlichen Industrieländer. Abgesehen von seltenen Ursachen wie der (beruflichen) Exposition bestimmter Gase spielt als Ursache hauptsächlich das Zigarettenrauchen eine Rolle. Von einer chronischen Bronchitis spricht man, wenn während 2 Jahren in Folge an mindestens 3 Monaten pro Jahr Husten mit Auswurf besteht. Die Krankheit ist wesentlich gekennzeichnet durch ein erschwertes Ausatmen, das über längere Zeit zu einer Ansammlung von überflüssiger Luft in den Lungen führt. Zu den Kriterien der COPD zählt auch, dass Medikamente, die die Atemmwege erweitern, und somit eigentlich die Symptome bekämpfen können, nicht mehr richtig wirken. Ein großes Problem für diese Patienten sind Infektionen der Atemwege, da diese das labile Bronchialsystem vollkommen zum Erliegen bringen können.
6. Asthma bronchiale - was kann ich mir darunter vorstellen?
Das Asthma bronchiale ist im Gegensatz zur COPD eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, die sich durch streng anfallsbezogene Luftnotattacken infolge Verengung der Atemwege auszeichnet. Man unterscheidet das allergische Asthma und das nichtallergische Asthma. Das allergische oder extrinsische Asthma kann durch Stoffe aus Umwelt oder der Arbeitswelt ausgelöst werden, das nichtallergische oder intrinsische Asthma durch Infekte der Luftwege, Schmerzmittel oder beispielsweise auch durch die sog. Refluxerkrankung (ein Großteil "asthmatischer" Beschwerden verschwinden nach Gabe eines säureblockierenden Medikamentes). Wichtig ist bei dieser Erkrankung die Selbstkontrolle anhand des persönlichen FEV1-Wertes. Mit einem sog. peak flow meter kann dieser einfach selbst bestimmt und somit der Schweregrad eines Anfalles eingeschätzt werden.
Deutscher Allergie- und Asthmabund:
http://www.daab.de/index.php
7. Welche Krebserkrankung der Atemwege ist die häufigste?
Hier ist das Bronchialkarzinom zu nennen. Es stellt bei Männern die häufigste Krebstodesursache dar; insgesamt hat es einen Anteil von 25% an allen bösartigen Krebserkrankungen. Zigarettenrauchen ist für 85% aller Bronchialkarzinome verantwortlich. Aber man muß nicht aktiver Raucher sein: auch der Passivrauchende erhöht sein Risiko für diese Erkrankung um den Faktor 2. Hinsichtlich der Prognose der Erkrankung ist eine Einteilung in das sog. small cell-Karzinom und alle anderen Formen relevant ("non small cell"). Hierbei hat ersteres die schlechteste Prognose. Metastasen treten besonders häufig in Leber, Gehirn, Nebennieren und Skelett auf. Je nach Art und Stadium des Karzinoms kommt zur Behandlung eine Operation oder Radio- und Strahlentherapie infrage. Insgesamt ist trotz optimaler Behandlung die Überlebensrate schlecht: der Anteil der Patienten, die die Diagnose Bronchialkarzinom gestellt bekommen haben und die 5 Jahre nach Diagnosestellung noch leben, liegt bei 5%.
Krebsdatenbank der Uni Bonn: PDQ
http://www.meb.uni-bonn.de/cancernet/deutsch/200040.html
8. Was ist das Schlaf-Apnoe-Syndrom?
Als Schlafapnoe wird eine Atempause während des Schlafens von > 10 s Dauer verstanden. Menschen, die pro Nacht mehr als 10 solcher Pausen pro Stunde Schlafzeit haben, leiden an einem Schlafapnoesyndrom. Der Entstehungsmechanismus ist folgender: während des Schlafens kollabiert die Schlundmuskulatur. Dies führt zum Ausbleiben der Atmung, der Sauerstoffgehalt des Blutes sinkt. Ist dieser unterhalb eines kritischen Wertes angelangt, so kommt es zu einer Aufweckreaktion mit lautem Schnarchgeräusch. In dieser Phase werden sehr viele Streßhormone ausgeschüttet. Der normale Nachtschlaf ist deutlich gestört. Schlafapnoeiker leiden deshalb unter deutlicher Tagesmüdigkeit. Sie sind deshalb in höherem Maße als die Normalpopulation unfallgefährdet. Die häufigen Ausschüttungen von Streßhormonen erhöhen ausserdem die Rate an Schlaganfällen und Herzinfarkten deutlich. Behandelt wird mit einer sog. CPAP-Maske, die beim Schlafen einen kontinuierlichen Druck in den Atemwegen erzeugt und deshalb den Kollaps der Muskulatur verhindert.
Fachverband Schlafapnoe:
http://www.vdk-schlafapnoe.de/
9. Was verbirgt sich hinter der Erkrankung "Sarkoidose"?
Die Sarkoidose ist im Vergleich zu den oben erwähnten Krankheitsbildern eher selten. Etwa 50 von 100.000 Einwohnern Westeuropas sind betroffen. Der Häufigkeitsgipfel der Erkrankung liegt zwischen 20 udn 40 Jahren. Möglicherweise besteht eine Verwandschaft des Auslösers der Erkrankung zu den Erregern der Tuberkulose. Man teilt ein in eine akute und eine chronische Form. Die akute trifft im Wesentlichen junge Frauen, die unter Gelenksbeschwerden, einer bestimmten Hautveränderung (Erythema nodosum) und Veränderungen des Lungengewebes leiden. Die chronische Variante bleibt oft unbemerkt und wird häufig erst durch eine Röntgenaufnahme festgestellt. Erkrankte sind durch Atemnot und Veränderungen des Herzens gefährdet. In der Summe sind die Heilungaussichten gut: die akute Form heilt in 95% der Fälle binnen einiger Monate aus. Bei der chronischen Form sieht es etwas schlechter aus, jedoch ist auch hier die Erkrankung in der überwiegenden Zahl der Fälle spontan gebessert. Jedoch bleiben bei 20% der chronisch Kranken permanente Veränderungen der Lunge zurück.
Deutsche Sarkoidose-Vereinigung:
http://www.sarkoidose.de/
10. Wo gibt es weitere Informationen zu Lungenerkrankungen?
Die seit 1979 bestehende "Atemwegsliga" hat sich sowohl der Weiterbildung von Ärzten als auch der Information von Patienten verschrieben. Ihr Webangebot findet sich unter:
http://www.atemwegsliga.de

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